Zum Bericht „Wirtschaft bremst Atom-Pläne“ (Politikseiten):
Wieder einmal eine Rolle rückwärts bei Söder. 2011 erklärte er aufgrund des Super-GAU in Fukushima, dass er als Minister zurücktritt, wenn nicht bis spätestens 2022 aus der Atomenergie ausgestiegen wird. Das wurde umgesetzt. Nun will er wieder einsteigen. Und das mit Mini-AKW, die noch nicht serienreif sind. Man liegt sogar auf Linie mit Brüssel. Schon allein das ist erstaunlich. Dabei lässt Söder außer Acht, dass ein Atomunfall jederzeit wieder passieren kann und man Atomkraftwerke deshalb bei keiner Versicherung versichern kann. Hat er Fukushima und Tschernobyl schon vergessen? Und wo soll eigentlich der jahrhunderte- lang strahlende Atommüll gelagert werden? Wohl egal, denn die Kosten dafür werden ja auch nicht einkalkuliert.
Söder missachtet, dass die Klimaerwärmung jetzt gestoppt werden muss und nicht mit einem irgendwann in weiter Zukunft geplanten Atomkraftwerk. Die Herstellungskosten für Photovoltaik- und Windstrom sind mit 4 bis 6 Cent/kWh unschlagbar günstig. Würde dazu endlich der Einbau von intelligenten Strommesssystemen mit Smartmeter vorangetrieben, könnten viele Stromverbraucher bei Stromüberschuss kostengünstig ans Netz gebracht werden. Es wird aber lieber auf die kostenintensive Abschaltung von Anlagen gesetzt.
Großer Nachholbedarf besteht noch beim notwendigen Ausbau der Stromnetze und Stromspeicher. Dieser Ausbau wird auch von der Wirtschaft gefordert, denn der Ausbau der erneuerbaren Energien ist eine zentrale Chance für Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten, zu denen auch der Rohstoff Uran gehört. Und mit Blick auf die aktuelle Weltlage: Sonnenenergie wird durch die Meeresenge von Hormus nicht aufgehalten und zuverlässig geliefert.
Georg Schmid
Niedertaufkirchen