Fokus zu oft auf den Schwächen der Schüler

von Redaktion

Zum Bericht „Schule will Lernen und Berufsalltag verbinden“ (Bayernseiten):

Kinder sind mehr als Noten – vergesst das bitte nicht. Dieser Satz ist für mich nicht nur eine Meinung, sondern eine Haltung, die ich jeden Tag in meiner Arbeit als Schulbegleiter lebe. Ich erlebe Kinder in ihrer Einzigartigkeit, mit ihren Stärken, Träumen und ganz eigenen Wegen, die Welt zu sehen. Und genau das sollte im Mittelpunkt stehen.

Viel zu oft liegt der Fokus auf Schwächen, auf dem, was ein Kind nicht kann. Doch warum schauen wir nicht zuerst auf das, was ein Kind gut macht? Stärken geben Selbstvertrauen, sie motivieren und zeigen Kindern: „Du bist gut, so wie du bist.“

Natürlich darf und soll an Herausforderungen gearbeitet werden – aber nicht auf Kosten des Selbstwertgefühls. Das Schulsystem verlangt häufig Anpassung und Funktionieren. Für viele Kinder bedeutet das enormen Druck. Sie versuchen, Erwartungen zu erfüllen, statt sich frei entfalten zu dürfen. Doch jedes Kind ist anders, jedes hat Ecken und Kanten – und genau das macht es besonders.

Ich wünsche mir mehr Menschlichkeit im Schulalltag. Mehr Zeit, um hinzusehen. Mehr Mut, Individualität zuzulassen. Kinder sollten nicht nur in ein System passen müssen – das System sollte sich auch an den Kindern orientieren. Ich weiß, dass ich die Welt nicht allein verändern kann. Aber ich kann jeden Tag meinen Teil dazu beitragen: Kinder begleiten, sie stärken und ihnen zeigen, dass sie wertvoll sind – unabhängig von Noten. Denn am Ende zählt nicht, was auf dem Zeugnis steht, sondern was ein Kind in sich trägt.

Joshua Radlmaier

Babensham

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