Zu den Berichten über die Stichwahlen zum Landrat und Oberbürgermeister in Rosenheim und München (Regionalseiten):
Der Autor offenbart in seinem Bericht über das Ergebnis der Stichwahl zum Landrat in Rosenheim eine parteipolitisch geprägte Sicht und verkennt dabei den Sinn einer Kommunalwahl. Symptomatisch hierfür ist seine Aussage „Lokale Probleme schaden der CSU“.
Dazu zählt er den „Ärger um die Unterkunft für Geflüchtete in Rott“. Und weiter: „Auch in anderen Gemeinden scheint lokaler Ärger die Wahl beeinflusst zu haben.“
Natürlich spielen lokale Gegebenheiten und Ereignisse die entscheidende Rolle bei der Frage, wem ich als Wähler mein Vertrauen schenke. Es sind schließlich die Handelnden vor Ort, deren Arbeit beurteilt wird – und nicht die in München oder Berlin regierenden Parteien. Wer „denen in München oder Berlin“ einen Denkzettel verpassen will, verschenkt seine Stimme.
Im Kommentar zur Stichwahl des OB in Rosenheim stellt die Autorin richtigerweise fest: „Die Rosenheimer wollen Veränderung.“ Abuzar Erdogans Wahlerfolg allein auf seine Präsenz in den sozialen Medien zu reduzieren, greift aber zu kurz. Ihr Hinweis, dass zum Regieren Smartphone und Social Media nicht ausreichen, redet die bisherige Arbeit Erdogans im Stadtrat und seine Fähigkeiten klein.
Zu der ihm angeblich fehlenden „Hausmacht“ ist zu sagen: Die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat haben auch bisher schon Zusammenarbeit und Kompromissbereitschaft über die Fraktionsgrenzen erfordert. Herr Erdogan war hier beispielgebend. Für „einen echten Aufbruch“, wie die Autorin ihn einfordert, braucht es neben Tatkraft und Kreativität genau diese Fähigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit aller Fraktionen – auch der CSU.
Manfred Schönhofer
Rosenheim
Die Kommunalwahlen waren eine bittere Enttäuschung für die CSU. Wenn Otto Lederer eine Persönlichkeit als Gegenkandidat gehabt hätte, wäre das Ergebnis für ihn wahrscheinlich noch schlechter ausgefallen.
Die Gründe für das schlechte Abschneiden dürften auch in der Ausdünnung der medizinischen Versorgung sein, hier zum Beispiel die Streichung der Geburtsstation in Bad Aibling. Beim Brennerbasistunnel ist es unfassbar, wie viele Wähler den Unsinn glauben, den die Spitzenvertreter der Freien Wähler da von sich geben.
Im Landkreis Rosenheim und auch überregional wurden die CSU-Landratskandidaten auch dafür abgestraft, dass sie sich wehrlos als Erfüllungsgehilfen für die seit zwölf Jahren verfehlte Flüchtlings- und Migrationspolitik einspannen ließen. Gerade bei diesem Punkt zeigt sich, dass in der CSU intern offensichtlich die kritische Sachauseinandersetzung zwischen der Basis und den Mandatsträgern fehlt. Als Außenstehender hat man da den Eindruck, dass sich die CSU-Basis schon freut, wenn sie ihre Mandatsträger beim Vornamen anreden dürfen.
Aber auch das Wahlverhalten der Wähler ist nicht immer nachvollziehbar. Jedenfalls ist aus den Ergebnissen der Kommunalwahlen das Fazit zu ziehen, dass sich künftig kaum noch Persönlichkeiten und beruflich fest in der freien Wirtschaft verankerte Mitbürger für eine Kandidatur in kommunale Ämter bereit erklären werden. Das Ergebnis ist dann, dass die Belange der Bevölkerung von drittklassigen Leuten vertreten werden.
Franz-Xaver Thielmann
Feldkirchen-Westerham
Von welchem Arzt und mit welcher Krankendiagnose wurde Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter auf längere Zeit krankgeschrieben? Ich tippe mal auf „chronische Unlust“. Als Funktionär einer Partei, die vorgibt, die hart arbeitenden Arbeitnehmer zu vertreten. Gute Nacht, SPD.
Alois Limbrunner
Ampfing