Pension hat mit Rente nur bedingt zu tun

von Redaktion

Zum Leserbrief „Pensionsproblem ist Teil der Rentenfrage“ (Leserbriefseiten):

Leider werden in der regelmäßig wiederkehrenden Diskussion immer wieder die gleichen Wissenslücken offenbart. Beamte zahlen angeblich keine Beiträge. In den 1950er-Jahren wurden die Löhne der Beamten um 7,5 Prozent gekürzt – als Arbeitnehmeranteil zur Pension. Inklusive Arbeitgeberanteil sind das dann 15 Prozent. In den 1970er-Jahren wurde der Betrag auf 8,25 Prozent erhöht, macht insgesamt 16,5 Prozent.

Seit den letzten Jahren Herrn Kohls werden bei jeder Gehaltserhöhung 0,2 Prozent abgezogen, mit Arbeitgeberanteil also 0,4 Prozent, macht bei über 25 Jahren nochmals über zehn Prozent. Der Pensionsbeitrag der Beamten liegt somit bei über 26 Prozent.

Leider haben ein paar allwissende Juristen entschieden, dass ein Staat nicht bankrott gehen könne, und somit verhindert, dass diese Gelder (wie bei Betriebsrenten üblich) in einer separaten Kasse angelegt werden müssen. Diese Gelder werden in den Haushalten verfrühstückt. Egal ob in Straßen, Schulen, Schiene und so weiter: Überall stecken auch Gelder der Beamten drin.

Sich hinterher zu beschweren, die Pensionen kosten viel Geld, ist geradezu unverschämt. Das Geld wäre da, wenn es nicht einfach verprasst würde. Es gibt Berechnungen, dass die Einbeziehung der Beamten in die Rentenkasse diese langfristig belasten und nicht entlasten würde.

Bei ähnlichen Stellen muss ein Beamter 85 Jahre alt werden, um durch die höhere Pension die geringeren Löhne während der Arbeitszeit wieder auszugleichen. Über Vollversteuerung und hohe Krankenkassenbeiträge haben wir dann noch gar nicht geredet. Dass in Österreich die Renten höher sind, liegt schlicht an den höheren Löhnen und dem höheren Rentenversicherungsbeitragssatz.

Knut Schaaf

Mühldorf

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