Zum Bericht „Wie sich die Ehe lohnt“ (Politikteil):
Grundsätzlich betrachte ich die Ehe als einen wesentlichen Grundpfeiler unserer Gesellschaft, bei dem jeder Partner für den Anderen einstehen muss und Verantwortung übernimmt. Und seit langer Zeit jammern wir über die niedrige Geburtenrate.
Warum will man jetzt Familien bestrafen, die sich eine Art Arbeitsteilung überlegt haben: Ein Ehepartner engagiert sich insbesondere beruflich (auch oft überdurchschnittlich, zum Beispiel durch Selbstständigkeit) und der andere Ehepartner kümmert sich vornehmlich um Kinder, die sicher in den ersten Lebensjahren am besten bei den Eltern aufgehoben sind.
Wir sprechen von einer Versorgungsgemeinschaft, die aus meiner Sicht ein gemeinsames Einkommen erzielt. Im Falle einer Scheidung wird im gesetzlichen Güterstand ja auch der gemeinschaftlich erworbene Vermögenzuwachs geteilt. Und die Altersversorgung wird hier ebenso behandelt.
Warum möchte man jetzt dieses Modell ändern? Und wenn die Kinder größer sind und/oder anderweitig gut versorgt werden können, kann man ja wieder arbeiten oder auch mehr arbeiten – je nach Lebenssituation. Sicher bedeutet Kindererziehung irgendwie einen „beruflichen Verzicht“ – aber dafür bekommt man etwas von den Kindern zurück.
Ehegattensplitting soll aber aus meiner Sicht nur gelten, wenn in einer Ehe auch Kinder geboren werden. Für mich werden Kinder aus steuerlicher Sicht bisher „nicht adäquat berücksichtigt“. Eltern mit Kindern leisten einen tollen Beitrag für unsere Gesellschaft, der vielfach von dieser aber nicht wirklich honoriert wird.
Volkmar Döring
Unterwössen