Kein Schneid zur Regulierung der Ölmultis

von Redaktion

Zu den Berichten über die steigenden Benzinpreise (Politikteil):

Das Kartenhaus der politischen Moral bricht zusammen. In der aktuellen geopolitischen Lage wird deutlich: Die oft zitierte moralische politische Überlegenheit des Westens gegenüber der Welt hält der Realität nicht mehr stand.

Der Krieg gegen den Iran ist ein Angriffskrieg, ein Verstoß gegen das Völkerrecht. In Anbetracht dieser Realität wirkt jede moralische Belehrung des Westens gegenüber dem Osten, gegenüber der Welt wie eine Farce.

Die Moral im geopolitischen Machtspiel dient nur als „schöner Schein“. In der Wirklichkeit existiert seit jeher eine rein interessengeleitete Politik der Großmächte, deren Handeln primär auf Machterhalt und Einflussausdehnung begründet ist. Vor diesem Hintergrund ist es kaum verständlich, warum die deutsche Regierung und die EU weiterhin an strikten Sanktionen gegen Energieimporte aus Russland, dem Iran oder Venezuela festhält. Besonders paradox wirkt dies, da die USA weiterhin Uran aus Russland beziehen und Erdölgeschäfte mit Venezuela tätigen, während andere Länder bei ähnlichem Vorgehen mit Strafzöllen von Ihnen belegt werden.

Die EU und unsere Regierung scheinen sich hier selbst zu sabotieren und zu verleugnen. Dabei wäre es technisch ein Leichtes, die Energieversorgung über bestehende Infrastrukturen wie die Druschba-Pipeline oder Nord Stream 1 wieder zu stabilisieren und durch Importe aus Venezuela zu ergänzen, um insgesamt eine größere Unabhängigkeit durch Menge und Lieferanten zu erreichen.

Eine solche Kurskorrektur könnte die Energiekosten in Deutschland dramatisch senken und zur Stabilisierung des Wirtschaftstandortes beitragen. Die Frage bleibt: Was hindert unsere Regierung daran, so zu agieren wie andere Länder? Die Moral kann es angesichts der globalen Realitäten wohl kaum sein.

Hubert Kirmaier

Edling

Unsere Politiker, Wirtschaftsweisen und der ADAC sind machtlos gegen die hohen Spritpreise, so wird es uns von den Vorgenannten und den Medien suggeriert. Beobachtet man den Weltmarkt und die Machenschaften der Ölkonzerne, schaut die Wirklichkeit anders aus.

Öl ist reichlich vorhanden! Vor der Küste der Niederlande ankern ein Dutzend Öltanker seit Wochen und warten auf die Entladung der Ware. Zwischenzeitlich kann man beobachten, dass Tanker Europa verlassen und nach Asien ausweichen. Das kann man jederzeit im Internet recherchieren. Die derzeitige Situation ist eine künstliche Verknappung des Angebots Öl, inszeniert von korrupten Ölkonzernen.

Es stellen sich viele Fragen für den Verbraucher: Was will man mit dieser Maßnahme bewirken? Die Nachfrage zum Ankauf von E-Autos forcieren? Eine Strategie der Bundesregierung einschließlich der EU ist wieder mal nicht erkennbar. Man hat nicht den Schneid, die handvoll scheinbar unantastbaren Ölmultis zur regulieren. Büßen muss es der Verbraucher.

Sepp Höfer

Großholzhausen

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