Tatort und andere Krimis sind falsch verstandene Unterhaltung

von Redaktion

Zum Bericht „Ein Saal voller Kommissare“ (Titelseite):

Was für ein weltbewegendes Ereignis: Batic und Leitmayr, Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, sind nach 100 Sendungen in 35 Jahren zum letzten Mal als Kommissare im Münchner Tatort zu sehen. Diesem Rückzug aus der TV-Krimiszene widmeten die OVB-Heimatzeitungen sogar die Titelseite.

Am Sonntag wurde der erste Teil vom Tatort „Vergänglich“ und am Montag dann der zweite Teil ausgestrahlt. Danach folgte noch eine 45-minütige Doku „Die zwei vom Tatort sagen Servus“. Es ist wirklich nicht zu glauben, dass dieses Ereignis in der heutigen Gesellschaft diesen Stellenwert erreicht hat. Ist unsere Gesellschaft noch so blutrünstig wie die der Römer vor 2000 Jahren, deren TV das Kolosseum war? Die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender liefern frei erfundene Kriminalität am laufenden Band, Tatort „aller Orte“, SOKO „sonstwo“, Nord Nord Mord und viele weitere Krimiserien. Ist das das Verständnis von Unterhaltung nach den Vorgaben dieser Sendeanstalten?

Ich habe mir noch nie eine dieser Sendungen angeschaut und werde dies auch in Zukunft nicht tun. Für mich hat diese „gespielte künstliche Kriminalität“ absolut null Unterhaltungswert.

Wer sich für Kriminalität interessiert, sollte die Sendung XY Ungelöst anschauen, da werden echte Kriminalfälle gezeigt. Man könnte fast meinen, dass die vielen Kriminalsendungen einen Nachahmungseffekt haben.

Die verantwortlichen Intendanten sollten unbedingt diese abwegige und einseitige Programmgestaltung überdenken und sich fragen, ob sie den Bundesbürgern für die 220 Euro Jahresgebühr nicht etwas Sinnvolleres anbieten können.

Jürgen Breuer

Heldenstein

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