Zum Bericht „Abriss der Schwarzbauten“ (Titelseite):
Ohne die genauen Hintergründe zu kennen, erscheint die Zwangsmaßnahme der Behörden ebenso dumm wie typisch deutsch. In Zeiten von Mangel an Energie, Rohstoffen und Wohnungen werden neue Häuser abgerissen. Dabei wird der Preis, den die Umwelt dafür zahlt, gerne in Kauf genommen, um die Macht der Behörden zu demonstrieren. Offenbar denkt in Politik, Behörden und Gerichten niemand darüber nach, dass es sinnvollere Wege geben muss, den übergriffigen Bauträger so zu strafen, dass weder er noch andere diese Überschreitungen wagen. Wo sind die protestierenden Umweltschützer und Demonstranten gegen die Wohnungsnot? Wir scheinen uns an den Behördenwahnsinn zu gewöhnen.
Herbert Tschiesche
Vogtareuth
Jetzt wurden sie also abgerissen, die drei Häuser in Wolfratshausen. Vermutlich wurde durch die zusätzlichen 80 Zentimeter, was in etwa der Höhe eines normalen Esstisches entspricht, etwas mehr nutzbare Wohnfläche geschaffen, ohne zusätzlichen Boden zu versiegeln. Das geht ja gar nicht. Lieber reißt man die fertigen Häuser wieder ab und schafft stattdessen Unmengen an Schutt, der auf Deponien landet, um für den nachfolgenden Wiederaufbau noch einmal genauso viele Ressourcen zu verbrauchen. Was für ein ökologisches Desaster.
Statt den Abriss hätte man besser fordern sollen, dass „zur Strafe“ alle Dächer mit Photovoltaik nachgerüstet werden müssen. Auch wurde durch die Garagen nicht mehr Boden versiegelt als durch Carports gleicher Größe. Hier hätte man ebenfalls eine unbürokratische Lösung finden können, zum Beispiel in Form der Auflage, dass die Dächer zurückgebaut und in begrünte Dachterrassen umgewandelt werden müssen.
In einer idealen Welt hätte die Stadtverwaltung schon bei der Einreichung der Pläne darauf hingewiesen, dass nur ein geringes Mehr an Höhe sowie Dachterrassen auf den Garagen/Carports bei identischem Flächenverbrauch sofort nennenswert mehr Wohnraum und Lebensqualität schaffen und langfristig zu einer besseren CO2-Bilanz führen würden und deshalb der Plan entsprechend umgeändert werden müsse.
Bella Ars
Stephanskirchen