Präsident greift nach dem Heiligenschein

von Redaktion

Zum Bericht „Trump wütet gegen Papst Leo“ (Politikseiten):

Das jüngst vom amerikanischen Präsidenten veröffentlichte Bild ist nicht bloß peinlicher Kitsch. Es ist politische Selbstüberhöhung in ihrer unerquicklichsten Form. Denn hier präsentiert sich kein gewählter Amtsträger, der um Vertrauen wirbt und sich an Recht, Kritik und demokratische Kontrolle gebunden weiß. Hier inszeniert sich ein Mann mit Anklängen an Heil, Sendung und Auserwähltheit. Genau das ist der Punkt.

In einer Republik ist ein Präsident kein Erlöser. Er ist kein Heiler der Nation und keine Figur über dem Widerspruch. Er ist ein Repräsentant auf Zeit. Wer sich dennoch in eine Bildwelt der Erhöhung rückt, greift nach etwas, das ihm in einer Demokratie nicht zusteht: nach moralischer Unantastbarkeit. Aus politischer Führung wird dann nicht Verantwortung, sondern Verehrung. Aus Zustimmung soll Gefolgschaft werden.

Besonders unerquicklich ist der Missbrauch religiöser Symbolik. Christliche Bilder stehen für Demut, Dienst, Opfer und Vergebung – nicht für Selbstverklärung. Wer sie benutzt, um die eigene Person aufzuwerten, instrumentalisiert den Glauben für sein Ego. Das ist nicht Frömmigkeit, sondern kalkulierte Bildpolitik. Man kann das als bloße Provokation abtun. Doch harmlos ist es nicht. Solche Inszenierungen arbeiten nicht mit Argumenten, sondern mit Mythos, Heilserwartung und Personenkult. Sie wollen nicht überzeugen, sondern binden. Nicht das Amt soll sprechen, sondern die Aura.

Gerade deshalb ist dieses Bild mehr als ein Ausrutscher schlechten Geschmacks. Es ist ein Symptom. Es zeigt ein Politikverständnis, in dem Macht nicht mehr genügt, solange sie nicht sakral aufgeladen wird. Wo ein Präsident nicht mehr Präsident sein will, sondern Heilsfigur, endet die republikanische Würde.

Rainer Nitzsche

Samerberg

Die USA bombardieren völlig widerrechtlich den Iran. Der Iran wehrt sich mit seinen Mitteln. Eines dieser Mittel ist die Kontrolle der „Straße von Hormus“. Er legt praktisch auf alle Verbündeten der USA Sanktionen beziehungsweise Durchfahrtsverbote. Und die USA setzen dem Ganzen noch eins drauf und blockieren die Blockade. Das kann und muss man nicht mehr verstehen.

Die USA haben die meisten (160) Militärbasen außerhalb ihres Territoriums. Die USA haben die höchsten Militärausgaben weltweit von rund einer Billion Dollar. Die USA haben die meisten Länder bombardiert. Die USA haben die eigene indigene Bevölkerung im eigenen Land praktisch ausgerottet. Die USA hat als einzige Nation der Welt schon zweimal Atombomben auf fremde Länder abgeworfen.

Alle Kriegsherren sollten vom UN-Sicherheitsrat der 193 Mitglieder verurteilt und sanktioniert werden. Dazu müsste aber die UNO reformiert werden und das Vetorecht der fünf ständigen Mitglieder unbedingt abgeschafft werden.

Wenn alle 193 Mitglieder wirklich für das Völkerrecht aller wären, könnte man auch den größten Kriegstreiber zum Einlenken zum Weltfrieden bringen. Dazu gehören natürlich auch Russland und Israel und Deutschland.

Man vergisst immer, dass auch Deutschland 1999 völkerrechtswidrig Serbien mitbombardiert hat. Der Serbe hat es sich gemerkt. Der Deutsche wahrscheinlich nicht?

Man sollte sich auch mal überlegen, dass der Iran mittlerweile bei den BRICS-Staaten Mitglied ist. Also raus aus der Nato, Neutralität wagen, UN-Resolutionen wagen, für den Weltfrieden beten und auf die Straße gehen. Wir sind das Volk und nicht die Politiker und Militärs.

Hans Niedermeier

Bruckmühl

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