Bürokratischer Schildbürgerstreich um ein altes Treppengeländer

von Redaktion

Zum Bericht „Sicherheitsdienst muss Geländer bewachen“ (Politikteil):

Es ist kaum zu fassen: An einer Frankfurter Grundschule fehlen an einem 100 Jahre alten Treppengeländer ganze sieben Zentimeter zur heutigen Vorschrift. Statt jedoch eine pragmatische und kostengünstige Lösung durch einen Handwerksbetrieb umzusetzen, wird ein Sicherheitsdienst engagiert, der nun das Geländer „bewachen“ muss. Kostenpunkt: 13.700 Euro pro Woche, in den Osterferien immerhin noch 5.000 Euro pro Woche – ein bürokratischer Schildbürgerstreich sondergleichen.

Jeder örtliche Metallbaumeister hätte vermutlich innerhalb weniger Tage eine einfache und dauerhaft sichere Lösung installiert – für einen Bruchteil der derzeitigen Bewachungskosten. Dass nun wochenlang Steuergelder verbrannt werden, weil Ämter sich hinter Bauordnungen und Richtlinien verstecken, zeigt die hilflose und planlose Bürokratie in unserem Land deutlich wie selten zuvor.

Während Schulen an allen Ecken und Enden Geld für Sanierungen, Lehrmittel und Personal fehlt, wird hier ein Budget, das für die bauliche Lösung vorgesehen sein sollte, dafür genutzt, dass Sicherheitskräfte auf Kinderstühlen sitzen und einen Mangel verwalten, der längst hätte behoben sein können.

Man darf gespannt sein, ob nach den Ferien tatsächlich die versprochene Lösung umgesetzt ist – oder ob bis dahin noch weitere zehntausende Euro für die Bewachung eines zu niedrigen Geländers ausgegeben wurden.

Anton Hudlberger

Heldenstein

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