Zu den Berichten über die Energiewende (Politikteil):
Zum beschleunigten Ausbau der sogenannten erneuerbaren Energien wird immer nur die Stromversorgung in den Blick genommen, die allerdings nur rund zehn Prozent des Primärenergiebedarfes abdeckt. Dieser geringe Anteil wurde in den vergangenen 25 Jahren mit mindestens 450 Milliarden Euro über das EEG subventioniert.
Dieses Gesetz garantiert den Stromerzeugern eine Abnahme zum Festpreis ohne Berücksichtigung des Bedarfes. Die jüngsten Bestrebungen, daran etwas zu ändern, wurden postwendend an diesem Wochenende durch massive Demonstrationen bekämpft. Bleibt zu hoffen, dass auch die Speckjäger ein Einsehen haben werden.
Wie in einem Leserbrief zu lesen war, stellen das weltweite Bevölkerungswachstum, die Lebenserwartung und das Wohlstandsstreben die größten CO2-Probleme dar. Die genannten Zahlen und Fakten dürften unbestreitbar sein.
Ein nicht erwähnter wesentlicher Aspekt sind unter anderem die Interessen der Wirtschaft. Seit Jahrzehnten wird die Bevölkerung animiert, den Energieverbrauch zu reduzieren (zum Beispiel Gebäudesanierungen, Austausch von Hausgeräten und Beleuchtungen, kraftstoffreduzierte Pkw und so weiter).
Alles, was dem Klima und der Wirtschaft nutzt, sollte schnellstmöglich umgesetzt werden. Weniger aggressiv werden jedoch Änderungen empfohlen, die nur dem Klima nutzen, aber der Wirtschaft schaden könnten.
Ich denke dabei zum Beispiel an den Waren- und Reiseverkehr, der regelmäßig Autobahnen und Flughäfen überlastet. Klimaschutz hin oder her, der Welthandel und das Urlaubsvergnügen in fernen Ländern sind eben unverzichtbar. Trotzdem wird der Bevölkerung weiterhin gebetsmühlenartig suggeriert, dass in zehn bis 20 Jahren eine Energiewende machbar sei.
Ulrich Huber
Staudach-Egerndach