Tragend-langweilig mit bayerischem Akzent

von Redaktion

Zum Bericht „SPD und Grüne loben Aigner“ (Politikseiten):

Endlich sollen wir eine Frau als Bundespräsidentin bekommen. Gut so. Markus Söder bringt Ilse Aigner ins Gespräch. Keine Frage, Ilse Aigner ist eine integre, sympathische Persönlichkeit. Es heißt, ein Bundespräsident wirke vor allem durch die Macht der Rede. Und da befürchte ich, von Aigner werden wir die gleichen staatstragend-langweiligen Reden hören wie von Steinmeier, nur mit bayrischem Akzent vorgetragen.

Ich frage mich: Warum werden immer nur Parteipolitiker für das höchste Amt im Staate vorgeschlagen? Originelle Reden, die wichtige Debatten auslösen, können wir von Parteipolitikern am wenigsten erwarten. Warum werden nicht unabhängige Persönlichkeiten vorgeschlagen, etwa Schriftsteller oder Philosophen, die in besonderem Maße über die Macht des Wortes verfügen?

Ich denke da an Frauen wie die Schriftstellerin und Verfassungsrichterin Juli Zeh oder die Philosophin Svenja Flaßpöhler. Und noch etwas stört mich: Warum wird bei uns der Bundespräsident in einer undurchsichtigen Kungelei zwischen den großen Parteien ausgehandelt? In anderen Demokratien, zum Beispiel in Österreich, wird der Präsident direkt vom Volk gewählt.

Wilfried Rahe

Mühldorf

Natürlich wäre Ilse Aigner eine passable Persönlichkeit – jedenfalls zur Repräsentation. In Bezug auf die nötige Bissigkeit, die den Bundestag mit unorthodoxen Alternativ-Ideen jeder Richtung auf Trab bringt, sieht die Sache schon wieder anders aus.

Ministerpräsident Söder kann es egal sein, für ihn dürfte nur zählen, dass dieser Posten mit einer CSU-Person besetzt ist. Wenn ich Kanzler Merz wäre, würde ich Markus Söder aber einen Korb geben: Wer als CSU nur in Bayern zugelassen und konkurrenzfähig ist, der muss sich immer hinten anstellen. Parteiinterne Rivalität hat es in Bonn/Berlin schon viel zu lange gegeben – zum Beispiel den Fall Söder/Laschet.

Gerda Wojtech

Waldkraiburg

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