Zum Kommentar „Lieber ehrlich als unrealistisch“ im (Politikteil):
Äußerungen wie: „Es ist mir egal, ob ich schon mit 67 oder erst mit 70 keine Rente bekomme“ sind leider nur populistisch, total und zerstörend. Dagegen gefragt sind Überlegungen, Rettungsschritte und -wege. Die Autorin erwähnt als Antwort auf die gestiegene Lebenserwartung und die dadurch ansteigenden Rentenjahre einen späteren Rentenstart. Beispiele anderer Nationen (außer Frankreich) folgen auf Seite drei mit Niederlande, skandinavische Länder usw. Dort sind solche Veränderungen bereits beschlossen und teilweise umgesetzt.
Überlegungswert erscheint mir nach Vorbild der Tarifverbände eine Abkehr von rein prozentualer Rentenerhöhung. Also ein Sockelbetrag mit entsprechender geringerer Prozenterhöhung. Dies würde auf Dauer manche Rentnerin mit geringer Rente aus dem Sozialhaushalt entlassen. Höhere Grundrenten führen zu geringeren Sozialausgaben.
Auch ein schneller Eingriff in die ab Juli 2026 beschlossene Rentenerhöhung von gut vier Prozent ist denkbar. Ab einer Sockelerhöhung für Grundrenten kommt eine sich verringernde Prozenterhöhung, gestaffelt bis in die Spitze auf zum Beispiel zwei Prozent. Nach dem Vorbild vom Totalaussetzen der Diätenerhöhung unserer Parlamentarier für 2026 wäre dies ein gutes Signal der älteren Generation. Wegen Umstellungs- und X Berechnungszeiten könnte eine Auszahlungsverschiebung erfolgen, wie sie – hoffentlich – im bayerischen Landtag auf Erhöhungen erfolgt. Wichtig sollte für unsere Entscheidungsträger sein: Weniger Beratungsfirmen und statt alles zu zerreden endlich handeln.
Axel Höpfner
Wasserburg
Bei den Plänen und Berichten über die Rente mit 70 muss ich mir doch die Augen reiben. In jeder größeren Firma und mittlerweile auch bei vielen kleineren Firmen werden die älteren, in der Regel sehr erfahrenen Mitarbeiter schon vor dem Termin zum regulären Renteneintritt hinauskomplimentiert. Erfahrung und Können sind wenig (nichts) mehr wert. Es zählen nur die Kosten, über Effizienz wird gar nicht nachgedacht. Vielleicht sollte man, bevor über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters diskutiert wird – was in der Realität einer Rentenkürzung gleichkommt, da viele Beschäftigte gar nicht so lange arbeiten können –, darüber nachdenken, wie es gelingt, dass die Beschäftigten heute schon tatsächlich bis zum regulären Renteneintrittsalter arbeiten. Zusätzlich braucht es Anreize, dass es für diejenigen, die können und wollen, attraktiv ist, darüber hinaus noch in einem Beschäftigungsverhältnis zu verbleiben.
Sicherlich wäre es auch hilfreich, mal über den Tellerrand zu blicken und zum Beispiel auch Beamte und Selbstständige in die Beitragspflicht mit einzubeziehen. Daneben sollten auch die versicherungsfremden Leistungen, die vom Staat der Rentenkasse aufgebürdet wurden, auch aus Steuermitteln bezahlt werden. Vielleicht kann man ja auch einiges von unseren Nachbarländern lernen.
Josef Engelsberger
Bad Feilnbach