Keine Wa(h)lwerbung im Tegernsee

von Redaktion

Zum Bericht „Buckelwal Timmy bleibt Dauerthema“ (Weltseite):

Bei dieser Zuwendung, die dem gestrandeten Wal zuteil wurde, hätte es doch noch eine Alternative gegeben. Wenn der Initiator, der ja zeitweise am Tegernsee wohnt, etwas mehr investiert und den Wal statt in die Nordsee in den Tegernsee überführt hätte, könnten sich dort auch mehr Tierschützer um Timmy kümmern und hätten nicht den weiten Weg an die Ostsee antreten müssen.

Mit einer deftigen Prise Meersalz, wie es in den zahlreichen Restaurants am See genutzt wird, hätte man Timmy auch im Tegernsee eine angenehme Wasserbeschaffenheit ermöglichen können. So wäre aus dem Tegernsee eine Art Auffangeinrichtung für Meerestiere geworden – ähnlich dem Gut Aiderbichl in Österreich für altersschwache und vernachlässigte Tiere.

C-und D-Promis aus München und Umgebung könnten mit der BOB anreisen, um den Wal zu streicheln und Selfies mit ihm zu posten. Auch Wa(h)lwerbung wäre für manchen Politiker möglich gewesen. Ohne diese Umsiedlung verabschiedete sich Timmy ganz unspektakulär auf natürliche Weise in der Nordsee. Aber im Ernst. Der Umweltminister von Meck-Pomm hat dem Wal tief in die Augen geschaut und seinen Lebenswillen erkannt. Wo er diese Fähigkeit wohl erlernt hat? Er nannte ihn deshalb „Hope“. Allein dies beweist doch die Ernsthaftigkeit der Rettungsaktion. Wie sich nun bei der Obduktion herausstellte, war der Wal ein Weibchen. Also dann doch lieber „Hopesie“ statt „Hope“.

Joachim Kloppenborg

Bruckmühl

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