Realität trifft Ehrenamt

von Redaktion

Zum Bericht „In Deutschland fehlen Millionen Ehrenamtliche“ (Politikseiten):

Angebracht wäre es gewesen, wenn der Bundespräsident auch die politisch tätigen Ehrenamtlichen in den Kommunen und Regionen zum Tag des Ehrenamts mit einbezogen hätte. Man könnte Fallbeispiele in den einzelnen Regionen listen, wo politisch motivierten Bürgern von so manchen Entscheidungsträgern alles andere als Fairness und Respekt entgegengebracht wird.

Was gar nicht geht und nicht zuträglich ist: Wenn offenkundig Einzelinteressen vor das Gemeinwohl Interessen gestellt werden. Wenn Scheinargumente und Nebelkerzen herhalten müssen und sich Amtsträger dermaßen ins Zeug legen, um eine Einzelinteressenlage zu befriedigen, erzeugt das Unbehagen. Man denke nur stellvertretend an den Einzelfall „Rathausstandort in der Kommune Kolbermoor“ vor einigen Jahren, der einer Einzelbegehrlichkeit unter tatkräftiger Unterstützung des damaligen Bürgermeisters um ein Haar zum Opfer gefallen wäre.

Die gesamte SPD-Fraktion, der Bürgermeister sowie anteilige Stadträte waren von der Idee getrieben, den Standort aufzugeben und im Spinnereigebäude als Mieter einzuziehen. Am Rathaus-Standort wurden bereits im Vorfeld Pläne zur maximalen Wohnbebauung geschmiedet. Die Befürworter sahen dieses abtrünnige Vorhaben, also Aufgabe einer kommunalen Immobilieneigenständigkeit, schon in trockenen Tüchern. Nur die pragmatische und bürgernahe Einschätzung des damaligen Stadtrats Heide und meine persönliche Intension führten letztendlich mit einer Stimme Mehrheit zum Erhalt des Rathausstandorts.

Die heute durchaus anmutende Realität auf dem gesamten Bestandsareal mit den wertvollen Baumbestand samt Park im Süden gäbe es so sicher nicht mehr. Deshalb ist und bleibt eine Allianz der Aufrichtigen besonders gefragt, wenn sich Fehlentwicklungen anbahnen.

Michael Krämer

Kolbermoor

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