Ineffizienzen müssen beseitigt werden

von Redaktion

Zum Bericht „Was auf Kassenpatienten zukommt“ (Politikseiten):

Die aktuellen und ernst zu nehmenden Proteste der Hausärzte machen deutlich, dass es im deutschen Gesundheitswesen zahlreiche strukturelle Missstände gibt. Die folgenden drei Beispiele stehen stellvertretend für viele weitere Probleme in unserem erkrankten Gesundheitssystem.

Ein großer Missstand ist die Lastenverteilung zwischen Privatkliniken und kommunalen Krankenhäusern. Viele Privatkliniken konzentrieren sich auf wirtschaftlich attraktive Eingriffe und überlassen kostenintensive Patienten den kommunalen Häusern. Dieses Rosinenpicken trägt erheblich zu deren steigenden Defiziten bei. Wer Gewinne privatisiert, muss sich auch an den Kosten der Grundversorgung beteiligen.

Ebenso unverständlich ist das jahrelange Versagen bei der Einführung einer funktionierenden digitalen Patientenakte. Länder wie Dänemark, Estland oder Österreich zeigen seit Jahren, dass dadurch Milliarden Euro eingespart und Behandlungen effizienter werden können. Dass Deutschland hier weiterhin hinterherhinkt, sollte auch personelle Konsequenzen haben.

Völlig lebensfremd ist zudem die quartalsgebundene Facharztüberweisung. Wer am 30. Juni eine Überweisung erhält, benötigt am 1. Juli bereits eine neue. Angesichts monatelanger Wartezeiten wäre eine einfache dreimonatige Gültigkeit wesentlich sinnvoller und würde unnötige Bürokratie vermeiden.

Bevor Hausärzte weiter belastet werden, sollte die Politik endlich die offensichtlichen Ineffizienzen beseitigen. Dort liegen erhebliche Einsparpotenziale – nicht in den Hausarztpraxen, die täglich die wohnortnahe Versorgung sicherstellen.

Reiner Hellbach

Kolbermoor

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