Zum Bericht „Aufatmen bei den Rosenheimern“ (Regionalseiten):
Das Aufatmen mag bezüglich der zukünftigen Einschränkungen ansatzweise gegeben sein, Sie übersehen aber, dass bereits in der Gegenwart deutliche Unentspanntheit angesichts der Auswirkungen der Arbeiten zwischen Regensburg und Nürnberg sowie Obertraubling und Passau herrscht.
Bereits seit Februar entfallen mehrere Züge, nun fehlt zusätzlich der um 5:59 Uhr. Die Kufsteiner Züge halten bei Weitem nicht mehr alle an allen Bahnhöfen und die Salzburger dafür – mit entsprechend verlängerter Fahrzeit – überwiegend zusätzlich in Grafing Bahnhof. Den 5:59er können in Rosenheim Zusteigende unter Verlust von gut zehn Minuten (bezogen auf die Ankunftszeit) durch den aus Kufstein kommenden 6:02er ersetzen, das hilft aber Endorfern oder Fahrgästen, die bestimmte Anschlüsse benötigen oder zu bestimmten Zeiten mit der Arbeit anfangen müssen, nicht viel.
Bei den Heimfahrten werden „nach Möglichkeit Züge verlängert“, leider wird die Umsetzung weder per Anzeige noch per Ansage mitgeteilt. Die Folge sind Schnellmärsche, wenn der Zug unverhofft weit vor dem eigenen Warteplatz am Bahnsteig endet. Für den halbwegs erfahrenen Pendler bedeuten die Änderungen, dass der relativ stabile Betrieb wieder Geschichte ist und man täglich mit Verspätungen und Gleisänderungen rechnen muss. Diese Gleisänderungen werden fast zuverlässig angesagt und angezeigt, bis alle den gewohnten Bahnsteig verlassen haben. Dann erfolgt am Ausweichbahnsteig die Einfahrtsdurchsage, die offenen Augen zeigen einem aber einen einfahrenden Zug am ursprünglich vorgesehenen Gleis. Also ergibt sich ein Massengedränge und die nächste Verspätung.
Lebenszeit und -qualität von Alltagspendlern werden also auch Jahre vor den Großmaßnahmen direkt vor der Haustür schon mehr oder weniger achselzuckend geopfert.
Peter Allgajer
Rosenheim