Bei Kinderlosen sollte der Staat kräftig abkassieren

von Redaktion

Zum Bericht „Massive Kritik an der Pflegereform“ (Politikseiten):

Nun ist es öffentlich, wie unsere Gesundheitsministerin die Pflegekasse retten will: Abgestraft werden sollen vor allem jene, die sich selbst zurücknehmen und sich aufopfernd, liebevoll und oft jahrelang um ihre Angehörigen kümmern. Das nennt sich also christlich.

Klar, Einschnitte wird es geben müssen. Aber nur am Rande wird erwähnt, dass es einen anderen Hebel gäbe: Die Beiträge der kinderlosen Erwachsenen, zu denen übrigens auch ich gehöre. Selbst das Bundesverfassungsgericht hat bereits vor Jahrzehnten angemahnt, Eltern und Kinderlose bei den Beiträgen nicht über einen Kamm zu scheren. Das wurde bisher von der Politik nur sehr halbherzig verfolgt.

Nina Warken will den Zusatz-Beitragssatz für Kinderlose um 0,1 Prozentpunkte auf dann 0,7 Prozent erhöhen. Das ist doch absolut lächerlich angesichts der anderen Punkte im Reformpaket. Mit gesundem Menschenverstand sollte für Rente und Pflege bei uns Kinderlosen kräftig abkassiert werden. Immerhin tragen wir wenig bei für die staatliche Sicherung unserer eigenen Rente und Pflege! Wer übernimmt denn diese später? Das sind die Kinder derer, die sich selbst eingeschränkt haben, zahllose kurze Nächte hatten und nicht das Maß an Freiheit genießen konnten wie Erwachsene ohne Kinder.

Josef Aicher

Halfing

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