Flexibilität und Tarifverträge sind kein Widerspruch

von Redaktion

Zum Kommentar „Auch Arbeitnehmer wollen Flexibilität“ (Politikseiten):

Die Welt hat sich natürlich seit 1918 verändert – und auch die Arbeitswelt. Was aber nicht bedeuten muss, dass die SPD jetzt dem Druck der kapitalistischen Lobbyvertreter nachgibt und die jahrzehntelang erkämpften Errungenschaften der Arbeiterbewegung über Bord wirft. Es geht auch nicht um nächtliche Calls nach New York oder Peking, welche Bärbel Bas mit ihrer Bindung der Flexibilisierung der Arbeitszeit durch Tarifverträge verhindern will. Es geht den Lobbyvertretern darum, dass sie speziell im prekären Beschäftigungsbereich – wie Lieferdienste und Internet-Versandzentren – den bisher dort schon hohen Ausbeutungsgrad für ihre Profitgier noch mehr steigern können.

Und dies will unsere sozialdemokratische Arbeitsministerin zu Recht durch die Bindung von Flexibilisierungen an Tarifverträge verhindern, damit sich die betroffenen Beschäftigten mit Unterstützung ihrer Gewerkschaften entsprechend wehren können.

Im Übrigen gibt es bereits seit Jahrzehnten durch Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen genügend flexible und variable Möglichkeiten, dass man an manchen Tagen bis zu zehn Stunden arbeitet und dafür für Arztbesuche und verlängerte Wochenenden Freizeitausgleich nehmen kann.

Aber wie immer werden vom neoliberalen Mainstream und ihren Lobbyvertretern Untergangsszenarien konstruiert, damit man die Interessenvertreter der Arbeitnehmerschaft mit gesetzlicher Unterstützung besser in die Pfanne hauen kann.

Johannes Breitner

Bad Aibling

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