Zum Bericht „Stillstand beim Bienen-Volksbegehren“ (Politikseiten):
Nicht ohne eine gewisse Wut im Bauch musste ich als junger Milchviehhalter damals das Spektakel rund um das Volksbegehren „Rettet die Bienen“, bei dem nun auch Laien über die Auflagen in der Landwirtschaft mitbestimmen durften, wohl oder übel hinnehmen. Frustrierend war das Ganze zum einen, weil der Laie die bereits auf den Weg gebrachten Verordnungen nicht kannte – und zum anderen, weil eine Unterschrift bei der Gemeinde nur wenige Minuten Aufwand bedeuten und die eigene Verantwortung beim Lebensmittelkonsum ganz einfach jemand anderem zugeschoben werden konnte.
Jetzt beklagen die Initiatoren, dass die Umsetzung der Ziele, vor allem die 30-Prozent-Marke für Ökolandbau, nach wie vor bei 14 Prozent „vor sich hin dümpelt“, und fordern, eine Verpflichtung staatlicher und kommunaler Kantinen, Bioprodukte anzubieten.
Noch mehr Gesetze und Bürokratie? Ein typisch deutsches Vorgehen. Aber so weit ich mich erinnern kann, haben beim Volksbegehren nicht die staatlichen und kommunalen Kantinen unterschrieben, sondern das Volk. Sollte es jetzt tatsächlich doch an den eigenen Geldbeutel der Befürworter gehen?
Meine Antwort lautet: Ja, selbstverständlich. Denn fünf Jahre lang habe ich erfolglos versucht, eine Molkerei zu finden, die nach einer Umstellung von konventionell auf ökologisch meine Milch abnehmen könnte. Erfolglos, denn es bestand auf dem Markt zu wenig Nachfrage (vom Volk).
Lukas Neumayer
Schechen