Wer nicht mit der Zeit geht

von Redaktion

Zum Bericht „Bleiben die VW-Werke?“ (Wirtschaftsseiten):

Volkswagen im Strukturumbruch: Aktienverfall, Lohnstückkostenkrise und wirtschaftliche Risiken. Die vergangenen fünf Jahre haben bei der Volkswagen AG zu einer massiven Vernichtung von Aktionärsvermögen geführt. Im Sommer 2021 notierte die Volkswagen-Vorzugsaktie im Zuge des damaligen E-Mobilitäts-Hypes noch bei zeitweise über 220 Euro. Bis Mitte 2026 ist der Kurs dramatisch auf rund 71 Euro eingebrochen – ein Kursverlust von über 60 Prozent.

Massenmarkt-Mitbewerber wie der Opel/Stellantis-Konzern haben ihre Strukturen radikal bereinigt und operieren ebenfalls bei einer Lohnquote zwischen 9,5 und zehn Prozent. Gleichzeitig profitiert Opel von extrem flexiblen Plattform-Synergien im Gesamtkonzern.

Jedes deutsche VW-Werk produziert unter signifikant schlechteren wirtschaftlichen Bedingungen als die direkte Konkurrenz, da die Fabrikkosten pro Fahrzeug teils 25 bis 50 Prozent über dem Niveau der Mitbewerber liegen. Die kommenden fünf Jahre werden für Volkswagen eine Phase der existenziellen Konsolidierung. Bis 2030 plant das Unternehmen den Abbau von bis zu 35.000 Stellen in Deutschland, um die Kosten um rund 15 Milliarden Euro zu senken. Die operative Marge der Kernmarke lag zuletzt bei mageren 2,3 bis 2,8 Prozent – das ausgegebene Ziel von 6,5 Prozent musste bereits auf 2029 nach hinten verschoben werden. Für die Jahre bis 2031 zeichnen sich Herausforderungen ab. Jahrelange Gehalts- und Einstellungsstopps (wie der beschlossene „Gehaltsfreeze“ für das Tarifsystem) belasten das Arbeitsklima, sind aber zwingend nötig, um die Marge bereinigt um Sondereffekte zu sichern.

Peter Wulf

Cuxhaven

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