Ohne Wiedervernässung kein Moor

von Redaktion

Zum Bericht „Hitze und Dürre setzen den Mooren zu“ (Politikseiten):

Moorbrände treten in wiedervernässten Mooren sehr viel seltener auf als in entwässerten. Korrekt. Zweifel weckt die Aussage „Wiedervernässung umstritten“, die irreführenderweise damit begründet wird, dass diese generell den Hochwasserschutz verschlechtern würde. Das Gegenteil ist vielfach der Fall, da ausgetrockneter Torf bei Starkregen kaum Aufnahmefähigkeit für Niederschlagswasser besitzt und die Gefahr besteht, dass der Starkregen ungebremst abfließt.

Ein wiedervernässtes Moor bedeutet nicht, dass die gesamte Fläche bis zur Oberkante überstaut wird. Das wäre nicht fachgerecht. Vielmehr strebt man an, den Wasserstand auf einer gewissen Höhe unter Flur einzustellen, sodass der Moorkörper feucht, aber nicht gesättigt ist und dadurch seine natürliche Schwammfunktion eher ausüben kann. Ein Hochmoor zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass es nur durch Niederschlagswasser gespeist wird. Erfahrungen vor und nach Wiedervernässung des Moorgebietes bei Nicklheim belegen dies beispielsweise.

Zentral ist auch, dass nur auf wiedervernässten Mooren der Prozess der klimaschädlichen Ausgasung von CO2 aufgrund Zersetzung organischer Substanz gestoppt und sogar in eine CO2-Fixierung umgekehrt werden kann, während auf entwässertem Moorboden selbst unter Wald dieser Prozess weiterläuft.

Generell wird auch kein Wiedervernässungsbefürworter der Schlussaussage des zitierten Dr. Pickelmanns widersprechen, dass auch andere Moortypen als Hochmoore mögliche und anzustrebende Biotoptypen nach Wiedervernässung sind, insbesondere Übergangsmoore.

Die Aussage, man würde Mutter Natur nach einer Wiedervernässung nicht walten lassen, ist schlicht falsch, während das für die geforderten forstlich genutzten Wälder auf Moor durchaus zutreffen würde.

Matthias Ruh

Eggstätt

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