Zum Bericht „Kaum Raum für Bedürfnisse“ (Leserbriefseiten):
Als pädagogische Fachkraft und Schulbegleiter beobachte ich die aktuelle Entwicklung mit großer Sorge. Das geplante Pooling-Modell soll Kosten sparen – doch auf wessen Kosten? Natürlich auf Kosten der Kinder.
Ein Schulbegleiter ist da, um einem Kind die notwendige Unterstützung zu geben. Wenn künftig eine Fachkraft gleichzeitig mehrere Kinder begleiten soll, stellt sich die Frage: Was passiert, wenn ein Kind wegrennt, einen Meltdown erlebt oder einen epileptischen Anfall hat? Dann muss diesem Kind sofort geholfen werden. Die anderen Kinder bleiben in diesem Moment ohne die Unterstützung, die sie ebenfalls benötigen.
Inklusion bedeutet, jedem Kind die Teilhabe am Schulalltag zu ermöglichen – nicht, Hilfe auf mehrere Kinder zu verteilen, bis sie für niemanden mehr ausreicht. Familien sind auf diese Unterstützung angewiesen. Wer hier spart, spart an der Zukunft unserer Kinder.
Ich wünsche mir, dass politische Entscheidungen stärker an der Realität in den Schulen orientiert werden. Inklusion darf kein Sparmodell werden, sondern muss ein verlässliches Versprechen bleiben. Alles andere wäre ein Rückschritt.
Joshua Radlmaier
Babensham
Mit ihrem Leserbrief hat die Autorin den Nagel auf den Kopf getroffen. Ich kann nur zustimmen.
Elke Boino Nogueira
Rosenheim