Wahre Hintergründe einer Regierungskrise

von Redaktion

Leserbrief zum Bericht „Als Bayern ohne CSU regiert wurde“ (Politikseiten):

Der Artikel enthält einige Behauptungen, die einer ordentlichen Recherche kaum standhalten würden. In dem Artikel wird der Editions-Bearbeiter Oliver Braun mit der Aussage zitiert, die Minister der Bayernpartei hätten sich als „echte Amateure“ ohne Politikerfahrung erwiesen. Die Bayernpartei hätte durch ihre Verwicklung in die Spielbankaffäre den Sturz der Regierung herbeigeführt. Die Wahrheit sieht jedoch ganz anders aus.

Der stellvertretende Ministerpräsident Joseph Baumgartner war ein aufrechter Christ und bayerischer Patriot, der bereits 1942 von der Gestapo wegen seiner christlichen und demokratischen Einstellung verhaftet worden war. Die sogenannte Spielbankenaffäre war eine Schmutzkampagne aus Kreisen der CSU, die damit ihren Konkurrenten Bayernpartei beseitigen wollte.

Schlüsselfigur dieses Komplotts war der spätere Innenminister Friedrich Zimmermann, der mit einem Meineid Joseph Baumgartner fälschlich als Empfänger von Bestechungsgeldern brandmarkte. Zimmermann musste diese Behauptung widerrufen, was 1960 zu einer Verurteilung wegen Meineids führte. Zimmermann redete sich dann mit einer angeblichen „Unterzuckerung“ während der eidlichen Aussage heraus, was schließlich zur Aufhebung des Meineid-Urteils führte. Der Spitzname „Old Schwurhand“ blieb ihm jedoch erhalten.

Der aufrechte Joseph Baumgartner konnte die durch Falschaussage gegen ihn inszenierte Schmutzkampagne seelisch nicht verkraften und verstarb 1964 als gebrochener Mann. Der Artikel verschweigt die wahren Hintergründe der damaligen Regierungskrise.

Ulrich Sibbers

Bad Aibling

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