Vertrauen in die Politik schwindet zusehends

von Redaktion

Zum Bericht „Vertrauen in den Staat auf Tiefstand“ (Politikseiten):

Klar ist: Auch ich hadere mit unseren gewählten politischen Vertretern und bin enttäuscht. Vieles läuft unrund, ist oft schwer nachvollziehbar. Einige Medienvertreter tragen leider auch dazu bei, dass die Politik, gelinde gesagt, nicht zu gut wegkommt. Täglich „weiden“ sie sich an den „Fehlern“ der politisch Aktiven. Ist das die originäre Aufgabe der Medien? Ich meine, nicht.

Irre Nachrichten aus der Trump-USA, Kriegsgefahr in vielen Gebieten, auch schlimme Waldbrände sind belastend genug und gefährden Europa. Sogar der Fußball wird durch mafiöse Figuren missbraucht. Nun steht es zumindest 1:0 für den Fußball.

Warum reden wir Deutsche uns gerne selbst schlecht? Wir können auf eine lebenswerte Basis verweisen, um die uns viele Länder und ihre Menschen beneiden. 95 Prozent der Menschheit würde gerne so leben können wie wir. Wir sind auch nicht im freien Fall in den Abgrund, wie üble Figuren aus den extremen Ecken prognostizieren. Unsere Volksvertreter sollten endlich diese Gegner der Demokratie mit deren eigenen gefährlichen Aussagen öffentlich und massiv konfrontieren und bloßstellen. Auch wir selbst sind hier gefragt.

Gottfried Thalmeier

Rosenheim

Mit wachsender Besorgnis beobachte ich die derzeitige politische Kultur in unserem Land. Es entsteht eine gefährliche Distanz zwischen der politischen Führung und den Menschen, deren Interessen eigentlich im Zentrum stehen sollten.

Anstatt lösungsorientierter Debatten erleben wir eine Auseinandersetzung, die zunehmend von gegenseitigen Vorwürfen und rhetorischen Grabenkämpfen geprägt ist. Es gibt hier eine schmerzliche Diskrepanz: Während in öffentlichen Reden hohe Werte beschworen werden, klafft in der praktischen Umsetzung oft eine Lücke zum tatsächlichen Handeln.

Die ursprüngliche Idee der Repräsentation – dass ein gewählter Vertreter die Sorgen seiner Wähler authentisch ins Parlament trägt – tritt immer häufiger hinter den Fraktionszwang und die Parteidisziplin zurück. In diesem Spannungsfeld geht die individuelle Überzeugung des Abgeordneten verloren.

Besorgniserregend ist zudem, dass die mediale Berichterstattung diese Tendenz zur Inszenierung oft ungewollt verstärkt. Wenn der Fokus auf der rhetorischen Performance liegt, anstatt die Substanz politischer Entscheidungen und den Einfluss von Lobbyinteressen kritisch zu beleuchten, geht die eigentliche Sache verloren. Die demokratische Debatte wird so auf eine Ebene reduziert, die den komplexen Sorgen der Bürger nicht mehr gerecht wird.

Wenn externe Interessen die Entscheidungsfindung zu stark dominieren, verliert die Volksvertretung ihren Kern. Wer heute wählt, hofft auf eine aufrichtige Vertretung seiner Werte. Es ist daher dringend geboten, dass Politik und Medien gemeinsam einen Weg finden, der die Substanz wieder über die Form stellt. Nur so kann das Vertrauen in eine lebendige Demokratie langfristig gewahrt bleiben.

Anton Wittmann

Mühldorf

Wenn nur noch 17 Prozent der Bevölkerung dem Staat zutrauen, seine Aufgaben erfüllen zu können, hätte dann nicht längst der Bundespräsident die wichtigsten Leute der Regierung zu einem ernsten Gespräch einberufen müssen, um über das miserable Zeugnis zu sprechen, das die Bevölkerung unserer Regierung gibt? Aber von Herrn Steinmeier hört man nichts, obwohl dies als Bundespräsident seine Aufgabe wäre. Fehlt ihm dazu der Mut, oder findet er, dass die Bevölkerung zu dumm ist, dies zu beurteilen?

Nach meiner Meinung sollte dieses Amt jetzt nicht mehr von einem Parteipolitiker besetzt werden. Wir bräuchten jetzt dringend eine fachkundige Persönlichkeit, die den Mut hat, Probleme klar anzusprechen und auch Vorschläge zu ihrer Verbesserung zu nennen.

Wenn jetzt als mögliche Nachfolgerin die Präsidentin des bayerischen Landtags Ilse Aigner ins Spiel gebracht wird (und dies ausgerechnet von Herrn Söder und Herrn Merz), kann ich mir nicht vorstellen, dass sich dies für Deutschland irgendwie positiv auswirken könnte. Nach zehn Jahren mit Herrn Steinmeier, der sich als wenig überparteilich gezeigt hat, wäre es besser, nicht wieder eine Person mit parteipolitischem Hintergrund zu wählen.

Gert Graedler

Wasserburg

Egal, wie viel der Kanzler per Medien „seinem Volk“ erklären will: Er und seine Regierung sowie das dogmatische Parteiensystem denken gar nicht daran, dass sie selbst das Problem sind und niemand anderer. Zwar haben sie zusammen quasi die absolute Macht, aber sie erwecken stets den Eindruck, das Opfer internationaler politischer, wirtschaftlicher und unvorhersehbarer Konflikte zu sein.

Dazu verwenden sie eine Sprache, die so ungenau, phrasenhaft, ja gleichgültig ist, dass der Hörer jeden Zusammenhang mit den Folgen, nämlich hunderten Milliarden Euro Schäden, vergisst – und genau darauf kommt es dieser zynischen Polit-Clique ja an.

Die Koalition beschwört die Wähler, doch bitte Vernunft walten zu lassen und nicht die AfD zu wählen – und tut doch alles, damit genau dies passiert. Bekanntlich sind die Nichtwähler das größte ungenutzte politische Potenzial, um gegenzusteuern. Blind vor Arroganz erkennt die Koalition noch nicht einmal die daraus folgenden positiven Konsequenzen.

Klar, man könnte Gewissen zeigen und alle Privilegien – ob in bewährte Gesetze gegossen oder nicht (Erbschaftsteuer, Beamtenrecht, Kirchenalimentierung und tausende Ungerechtigkeiten mehr), radikal per Mehrheitsbeschluss im Bundestag stornieren, denn angeblich soll Leistung sich ja lohnen. Aber es geht eben auch ohne Leistung – das dumme Volk bezahlt, ohne aufzumucken: Wie lange noch?

Matthias Fuchs

Waldkraiburg

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