Zustimmung zur Vernichtung der Natur

von Redaktion

Zum Bericht „Durchbruch 1.400 Meter unter der Erde: Brennerbasistunnel ist komplett“ (Politikseiten):

Die Entscheidung über den Brenner-Nordzulauf im Bundestag steht unmittelbar bevor. Die dafür maßgeblichste Partei fordert einen Tunnel unter dem Inn nördlich von Rosenheim und die Verlagerung der Verknüpfungsstelle am engsten Punkt des Inntals unter den Wildbarren.

Es liegt jedoch auf der Hand, dass dies sowohl an geologischen Gegebenheiten als auch an zusätzlichen Kosten scheitern muss. Der Boden beim Innübergang nördlich von Rosenheim besteht aus Seeton und lässt nach Ansicht von Geologen den Bau eines Tunnels kaum zu. Zudem würden sich dadurch die Kosten deutlich erhöhen.

Noch aussichtsloser ist der Vorschlag einer Verknüpfungsstelle im Wildbarren. In allen vorliegenden Fällen bestehen Tunnels aus Einzelröhren, zum Beispiel bei vierspurigen Autobahnen aus zwei zweispurigen Röhren. An deren Flanken kann der enorme Druck des darüberliegenden Gebirges gewölbeartig seitlich abgeleitet werden. Die Verbindung mehrerer nebeneinanderliegender Gleise, wie für eine Verknüpfungsstelle erforderlich, wäre unter dieser Einschränkung kaum möglich und die Last des darüberliegenden Gebirges wäre nicht abzuleiten.

Außerdem würden neben der Kostensteigerung durch den Tunnel nördlich von Rosenheim die mit 14 Milliarden Euro veranschlagten Kosten dann bei etwa 20 Milliarden Euro liegen. Somit sind beide „Verbesserungsforderungen“ unrealistisch. Ohne diese jedoch bleibt unterm Strich von der ganzen Aktivität nichts übrig als die stillschweigende Zustimmung zum gesamten Vorhaben der Bahn. Zur gnadenlosen Vernichtung von Natur und Landschaft, von landwirtschaftlichen Flächen und den damit verbundenen menschlichen Schicksalen.

Prof. Dr. Hilmar Mund

Brannenburg

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