Acht Spuren in die Vergangenheit

von Redaktion

Zum Bericht „Verwirrung um sechsspurigen Ausbau der A8“ (Politikseiten):

Europa erlebt einen Hitzesommer nach dem anderen. Waldbrände und ausgetrocknete Flüsse zeigen: Die Folgen des Klimawandels sind längst Realität. Gleichzeitig propagieren Politiker, Bürgermeister, Gemeinderäte und Wirtschaftsvertreter den milliardenteuren achtspurigen Ausbau der A8 – eine Hochleistungsautobahn durch eine der schönsten Landschaften Europas. Das ist kognitive Dissonanz in Reinform.

Wer wissen möchte, was ein solcher Ausbau bedeutet, sollte sich die A8 westlich von Stuttgart ansehen: gewaltige Erdbewegungen, jahrelange Baustellen, Beton und Asphalt, Staus und Ausweichverkehr durch die Ortschaften. Das ist die Realität hinter dem harmlosen Wort „Ausbau“.

Was hinterlassen wir unseren Kindern? Deutschland scheint noch immer im Denken der 1960er-Jahre gefangen: Wachstum durch immer mehr Straßen und Verkehr. Doch die Zeiten haben sich geändert. Der Klimawandel kostet bereits Milliarden, gefährdet Menschenleben und belastet unsere Wirtschaft. Zukunftsfähiges Wachstum entsteht durch Innovation, Bildung, Digitalisierung, erneuerbare Energien und leistungsfähigen öffentlichen Verkehr.

Während andere Länder darin investieren, klagen wir über marode Bahnen, verfallende Infrastruktur und schleppende Digitalisierung – und stecken Milliarden in neue Autobahnspuren.

Es geht nicht darum, Mobilität zu verhindern, sondern darum, welche Infrastruktur wir für die nächsten 50 Jahre brauchen. Wer heute eine achtspurige A8 plant, entscheidet über unsere Zukunft. Deutschland, erkenne endlich die Zeichen der Zeit.

Léa Elisa Weimann

Aschau im Chiemgau

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