Zum Kommentar „Die Frauen bleiben in zweiter Reihe“ (Politikseiten):
Benachteiligt die katholische Kirche Frauen und lässt Geschlechtergerechtigkeit vermissen? Mitnichten! Denn dann hätte Jesus auch seine Mutter diskriminiert und alle nicht berufenen Männer ebenso.
Jesus hat aber allen die gleiche Würde zugesprochen, ohne Unterschiede glattzubügeln oder die Komplementarität von Mann und Frau aufzuheben. Er hob Frauen auf einen Sockel und schockierte die damalige Gesellschaft – zu seinen Nachfolgern hat er Frauen aber nicht bestimmt, auch seine Mutter nicht.
Weder hat Maria ihren Platz in der Nachfolge eingefordert, noch hat die Urkirche das Frauenpriestertum eingeführt, obwohl sie zahlreiche karitative und apostolische Tätigkeiten von Frauen kannte. Einige sind als Zeuginnen oder Märtyrerinnen in die Geschichte eingegangen.
Darauf hat bereits Edith Stein 1931 hingewiesen: „Das Mann-sein Jesu ist Hinweis darauf, „dass er zu seinen amtlichen Stellvertretern auf Erden nur Männer einsetzen wollte“.
Die Pflicht des zum Priesteramt berufenen Mannes ist es, im Gegensatz zur Frau die Vertrautheit des Herrn immer wieder zu verlassen, um an seiner Stelle zu lehren, zu verkünden. Die Frau sei für den Herrn so wertvoll, dass er sie nicht loslassen und an ein Amt binden wollte: „Wie er aber einer Frau (Maria) sich so nahe verbunden hat wie keinem andern Wesen“, „sie so zu seinem Bilde schuf wie keinen Menschen, wie er ihr für Ewigkeit eine Stellung in der Kirche gegeben hat, so hat er zu allen Zeiten Frauen zur Vereinigung mit sich berufen, als Sendboten seiner Liebe, als Verkünderinnen seines Willens an Könige und Päpste, als Wegbereiterinnen seiner Herrschaft in den Herzen der Menschen: Einen höheren Beruf als den der sponsa Christi kann es nicht geben, man kann nach keinem andern verlangen.“
Dr. Stephan Maria Hitzel
Raubling