Zum Bericht „Runaway Cow“ Yvonne – eine Kuh bewegt die Welt“ (Regionalseiten):
Kuh Yvonne erzählt: „Ein Leben als Rindvieh hätte ich schon aushalten können. Aber dann ist etwas passiert: Unerwartet wurde ich wieder Mutter, obwohl ich mich an kein Date erinnern konnte. Mir dämmerte: Schon wieder hat mich mein Bauer reingelegt!
Ich beschloss, ich haue ab. In Zangberg bin ich aus dem Anhänger gesprungen und davongespurtet. Ruck-zuck war ich im Wald drin. 100 Tage habe ich mich da versteckt.
Wie still es in dem Wald war! Nichts, außer einem Laut von einem Viecherl. Der Wind streifte durch die Bäume und die Wolken zogen drüber. Und wie würzig der weiche Boden roch! Und diese gute Luft: nicht so ein Gestank wie im Stall. Hui, diese Freiheit! Rehe und Hasen zeigten mir, wie man sich verhält.
Zu dumm, beim Grasen in der Nacht entdeckten sie mich. Ab da war es mit meiner Ruhe vorbei. Manchmal waren mir die Zweibeinigen dicht auf den Fersen, aber ich war schlauer als sie. Als dann die Hubschrauber über mir kreisten, habe ich mir gedacht: ‚Spinnen die jetzt schon ganz? In Indien laufen die Viecher auf der Straße rum und keiner schert sich drum!‘
Mit der Zeit wurde mir das zu dumm. Ich beschloss: Ich mache mich auf den Weg zu einer Weide. Die Kälber da drin glotzten mich so lieb mit ihren dunkelbraun glänzenden Augen an. Da fiel mir mein Friesi ein. Um ihn da drin zu suchen, bin ich durchs Gatter reinmarschiert. Aber bis ich mich recht besinnen konnte, standen schon haufenweise Zweibeinige um mich herum, packten mich ganz frech und zogen mich fort.
Ich bin ganz schön zintig geworden. Sie brachten mich zu meinem Friesi. Ja, und da bin ich jetzt, glücklich. Vor allem, weil ich jetzt weiß, wie gut die Freiheit schmeckt.
Irmgard Irro
Feldkirchen-Westerham