Zum Bericht „Ausbaupläne für A8 gestoppt“ (Regionalseiten):
Noch gilt der Bundesverkehrswegeplan 2030 und damit die Absicht des Bundes, die A8 von Rosenheim bis zum Walserberg auf sechs Fahrspuren und zwei Standstreifen (6+2) auszubauen. Doch spätestens in der nächsten Legislaturperiode muss der neue Bundesverkehrswegeplan erarbeitet werden.
Bereits jetzt wird deutlich, dass das 6+2-Ausbauvorhaben vertretbare Dimensionen sprengt: Die Kosten sind höher als der Nutzen, errechnete 2025 die TU Dresden. Zeitlich ist das Projekt nicht mehr darstellbar. Mit der Realisierung des 6+2-Ausbaus auf die gesamte Strecke ist nicht vor 30 Jahren zu rechnen. Der Klimawandel, Flächenversiegelung, Landschaftszerstörung und so weiter mit allen negativen Folgen werden immer offensichtlicher. Die Verkehrszahlen rechtfertigen die meiste Zeit des Jahres keinen 6+2-Ausbau.
Dies alles wird in die Beurteilung des 6+2-Ausbaus für den neuen Bundesverkehrswegeplan einfließen. Somit ist der Vorstoß von Teilen der Autobahn GmbH nur zu begrüßen, vernünftigen Realismus zu zeigen und das 6+2-Projekt „abzuspecken“.
Marlis Neuhierl-Huber
Siegsdorf