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Welche Kurse die Kasse zahlt

von Redaktion

Gesetzliche Krankenkassen sind großzügiger als man denkt. Besonders überraschend dürfte für viele sein: Oft gibt es sogar Geld für einen kompakten Gesundheitskurs im Urlaub – für Nordic Walking in Wismar, Rückenschule in Graal-Müritz ebenso wie für Yoga in Sankt Peter Ording. Das hat die Stiftung Warentest für die aktuelle Ausgabe ihrer Zeitschrift „Finanztest“ ermittelt. Die Tester haben sich die Angebote der sechs größten Orts-, Ersatz-, Innungs- und Betriebskrankenkassen sowie der Knappschaft angeschaut – hier sind die meisten Mitglieder versichert. Zudem hat „Finanztest“ die Kassen mit den höchsten Zuschüssen ermittelt: Bei Actimonda gibt es pro Jahr bis zu 600 Euro, bei der BKK Wirtschaft und Finanzen, AOK Nordwest, Bergische KK und HEK bis zu 500 Euro.

Kurse aus vier Bereichen

Gefördert werden zertifizierte Präventionsmaßnahmen in vier Bereichen: Bewegung, Stressbewältigung und Entspannung, Ernährung und Sucht.

-Bewegung

Bewegungskurse wie Nordic Walking, Aquafitness, Herz-Kreislauf-Training und Pilates machen 70 Prozent der bezuschussten Kurse aus.

-Entspannung

Ein Viertel der jährlich etwa 1,7 Millionen bezuschussten Kurse dreht sich um Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung.

-Ernährung

Gesunde und abwechslungsreiche Ernährung sowie richtiges Abnehmen stehen im Mittelpunkt von Ernährungskursen. Diese Kurse werden nur wenig nachgefragt.

-Sucht

Als Kurse gegen Sucht werden zum Beispiel Nichtraucherkurse angeboten. Die Nachfrage ist freilich gering.

Die Zuschüsse sollen Versicherte motivieren, sich mehr zu bewegen und gesünder zu verhalten. Kassen erstatten maximal die Kurskosten – und zwar für maximal zwei Kurse pro Jahr. Meist dürfen beide Kurse aus einem Bereich kommen, etwa zweimal Yoga, das sind dann meist Grund- und Aufbaukurs.

Wer schwänzt, zahlt selbst

Teilnehmer müssen während mindestens 80 Prozent der Kursdauer anwesend sein. Wer schwänzt, zahlt selbst. Kostenlos sind meist kasseneigene Kurse, die fast alle Krankenkassen anbieten.

Mit der Kasse auf Reisen

Versicherte, die zu Hause stark eingespannt sind, etwa weil sie viel oder im Schichtdienst arbeiten oder von der Familie sehr beansprucht werden, können oft auch Geld für eine sogenannte Präventionsreise von ihrer Krankenkasse bekommen. Die Kurse werden in vorgegebenen Kuranlagen oder Hotels absolviert. Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Anreise muss der Versicherte aber selbst bezahlen. Bei vielen Kassen muss man eine solche Reise beantragen. Bei einigen, so etwa Actimonda, BKK Wirtschaft und Finanzen oder Bergische KK kann man eine solche Präventionsreise online buchen.  mm

Tipps

Gesundheitskurse

Sind Sie gesetzlich krankenversichert, bekommen Sie jährlich einen Zuschuss für zwei Kurse zu Bewegung, Entspannung, Suchtprävention oder Ernährung – meistens auch für Gesundheitsreisen.

Kurse vor Ort

Angebote an Ihrem Wohnort finden Sie auf dem Internetportal Ihrer Krankenkasse. Sie können sich auch eine Kursliste mit freien Terminen zuschicken lassen.

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