Mit speziellen Programmen, sogenannten Tracking-Blockern, können Surfer ihre Verfolger im Internet abschütteln und ihre Privatsphäre schützen. Die Stiftung Warentest hat für die September-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ zehn Blocker geprüft – und zwar den Browser Cliqz sowie neun Browser-Erweiterungen, also Zusatzprogramme: Adblock Plus, Better Privacy, Cliqz Add-on, Disconnect, Ghostery, NoScript, Privacy Badger, Scriptsafe und uBlock Origin. Alle Programme wurden mit einem Windows-10-Rechner getestet, die Erweiterungen wurden mit Chrome oder Firefox verwendet. Viele Tracking-Blocker gibt es aber auch für andere Browser sowie für Rechner mit macOS.
Wie Verfolger im Netz vorgehen
Der Begriff „Tracking“ steht für „Verfolgung“. Tracker verfolgen den Surfer durchs Netz, um seine Vorlieben, Sorgen und Wünsche zu erfahren. Meist merkt der Nutzer davon nichts, denn die Tracker arbeiten im Verborgenen. Basierend auf den Informationen, die sie absaugen, lassen sich Persönlichkeitsprofile erstellen. Je umfassender und präziser diese sind, desto genauer können werbende Firmen ihre Anzeigen auf den jeweiligen Nutzer zuschneiden. So sieht der Sportfan auf einem Nachrichtenportal etwa Anzeigen von „Kicker“ oder Sky, während die Hobbygärtnerin auf derselben Seite Werbung von „Landlust“ oder Obi eingeblendet bekommt. Gegen Werbung im Netz ist an sich wenig einzuwenden, denn viele Gratisdienste müssten ohne Werbeeinnahmen Nutzungsgebühren erheben oder den Betrieb einstellen. Das Problem sind die Unmengen an Nutzerdaten, die für die Werbung erfasst werden. Wer Tracking-Blocker verwendet, kann aus dem Datenfluss aber ein Rinnsal machen.
Was Tracking-Blocker leisten
Die meisten Blocker im Test sind Browser-Erweiterungen, auch Add-ons oder Plug-ins genannt. Der Nutzer integriert sie direkt in seinen Browser – das dauert oft nicht mal eine Minute. Zusätzlich haben die Tester auch den separaten Browser Cliqz geprüft, der mit voreingestellten Tracking-Blocker-Funktionen arbeitet. Um zu bewerten, wie effektiv die Blocker die Nutzerverfolgung reduzieren, haben sie untersucht, wie viele Tracker auf beliebten Internetseiten integriert sind und wie viele davon noch mit Nutzerdaten versorgt werden, nachdem der jeweilige Blocker aktiviert wurde.
Die Unterschiede im Test sind groß: Einige Programme blocken nur drei Prozent der Tracker (Ghostery und Cliqz Add-on), andere kommen auf über 80 Prozent (NoScript und Scriptsafe). Doch intensives Blockieren kann auch schaden: Arbeiten die Blocker zu aggressiv, können Seiten unbenutzbar werden. In solchen Fällen ist es ratsam, die Schärfe in den Programmeinstellungen etwas abzumildern. Umgekehrt kann der Nutzer auch bei anfangs verhaltenen Programmen die Intensität hochschalten, damit sie mehr blockierend als mit den Grundeinstellungen.
Jeder Blocker ist besser als keiner
Der Testbericht zeigt auch auf, welche Programme sanft vorgehen, welche aggressiv arbeiten und welche eine gute Balance finden. Die Blocker erscheinen meist als Symbol rechts oben im Browser, direkt neben der Adresszeile. Surft der Nutzer eine Seite an, zeigt das Symbol, wie viele Tracking-Elemente der Blocker entdeckt hat. Klickt man auf das Symbol, folgen weitere Informationen – zum Beispiel die Namen der Tracker, ihr Einsatzzweck oder Links, die Erläuterungen zum jeweiligen Spion liefern. Die getesteten Blocker arbeiten mit unterschiedlichen Methoden: Adblock Plus und uBlock Origin etwa verwenden „schwarze Listen“ mit bekannten Trackern. Erkennen sie einen solchen auf der Seite, blocken sie dessen Anfragen. Scriptsafe und No-Script stoppen dagegen die Ausführung sogenannter Skripte – das sind Programme auf Internetseiten, die Aktionen auf dem Rechner des Nutzers ausführen und so Daten auslesen wollen.
Alle Programme sind kostenlos. Die besten Erfahrungen machten die Tester mit uBlock Origin. Das Programm bietet eine gute Balance aus Schutzfunktionen und geringen Surf-Einschränkungen. Doch egal, welchen Tracking-Blocker ein Nutzer verwendet: Er schützt seine Privatsphäre damit auf jeden Fall besser, als wenn er ganz auf solche Antispionage-Software verzichtet.
Das Übel bei der Wurzel packen
Der Einsatz eines Tracking-Blockers ist auch deshalb wichtig, weil die Durchleuchtung des Surfers – der Verlust seiner Privatsphäre im Netz – längst nicht die einzige Gefahr ist, die Tracking mit sich bringt. Gelingt es Hackern, die erfassten Daten von einem Unternehmens-Server zu stehlen, können sie sie zu allen möglichen Zwecken missbrauchen: Erpressung mit kompromittierenden Informationen etwa – oder Überwachung täglicher Routinen, um den besten Zeitpunkt für einen Einbruch zu bestimmen. Am besten ist es, das Übel bei der Wurzel zu packen: Wer mit Tracking-Blockern verhindert, dass massenhaft Daten von spionierenden Firmen abgegriffen werden, der hat auch weniger Schäden zu befürchten.
Wie man Blocker installiert
-Chrome: Um einen Blocker im Internetbrowser Chrome zu installieren, klickt man recht oben im Browser auf das Drei-Punkte-Symbol, dann auf „Weitere Tools“ und „Erweiterungen“, schließlich auf „Mehr Erweiterungen herunterladen“. Nun muss man den Namen des gewünschten Tracking-Blockers eingeben und abschließend auf „Hinzufügen“ klicken.
-Firefox: Um einen Blocker im Internetbrowser Firefox zu installieren, klickt man rechts oben im Browser auf das Drei-Balken-Symbol, dann auf „Add-ons“ und „Erweiterungen“. Nun muss man den Namen des gewünschten Trackers eingeben und abschließend auf „Installieren“ klicken.