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Alle Anti-Schuppen-Shampoos wirken

von Redaktion

Wenn ständig feine Schuppen vom Kopf rieseln, ist das lästig. Ein unlösbares Problem ist es aber nicht: Die Stiftung Warentest hat elf Anti-Schuppen-Shampoos unter die Lupe genommen – Discounter- und Markenware, darunter auch einmal Naturkosmetik. Das Testergebnis: Die meisten der geprüften Shampoos wirken gut gegen Schuppen und pflegen zugleich das Haar. Besonders erfreulich für Betroffene: Auch preisgünstige Discounterprodukte überzeugen.

Was die Tester wissen wollten

Die wichtigste Frage im Test lautete: Wie gut wirken die Shampoos gegen Kopfhautschuppen? Um das herauszufinden, haben sich mehr als 200 Männer und Frauen, die unter Schuppen leiden, vier Wochen lang für die Stiftung Warentest die Haare gewaschen und ihre Kopfhaut mehrfach von einer Expertin kontrollieren lassen. Zudem wollten die Tester wissen, wie die Shampoos das Haar pflegen. Glänzt es nach dem Waschen? Ist das Haar geschmeidig und lässt sich leicht kämmen? Eine Friseurin hat das an weiteren 20 Probanden pro Produkt geprüft. Dazu kam der Test mit einer speziellen Kämmmaschine.

Discounter-Produkt mit Bestnoten

Das Ergebnis ist erfreulich, denn auch besonders günstige Produkte erwiesen sich als sehr gut. An der Tabellenspitze steht das Shampoo Cien von Lidl. Es schneidet als einziges im Test insgesamt „sehr gut“ ab. Es kostet umgerechnet 50 Cent pro 100 Milliliter. Das geprüfte Shampoo des Marktführers Head & Shoulders landet im Mittelfeld. Mit 1,02 Euro pro 100 Milliliter ist es etwa doppelt so teuer wie der Spitzenreiter. Insgesamt ausreichend und damit Schlusslicht ist das einzige Naturkosmetikum im Test, Logona Anti-Schuppen-Shampoo für 2,78 Euro pro 100 Milliliter. Im Vergleich mit einem Naturkosmetikprodukt aus einem früheren Test schneidet es zwar ordentlich ab – immerhin wirkt es gegen Schuppen. Bei der Pflege bleiben aber Wünsche offen.

Naturkosmetik als Alternative?

Wie aber wirken die Shampoos eigentlich gegen Schuppen? Sie enthalten Antimykotika – das sind Wirkstoffe, die bestimmte Mikroorganismen auf der Kopfhaut bekämpfen, wie etwa die Hefe Malassezia furfur. „Deren Stoffwechselprodukte reizen die Haut und rufen Entzündungen hervor. Die Folgen sind Schuppen, manchmal auch Rötungen und Juckreiz“, sagt Annika Vogt, Dermatologin am Haarkompetenzzentrum der Berliner Charité. In den Shampoos im Test sind häufig die Stoffe Piroctone-Olamine und Zink-Pyrithione enthalten, teils kombiniert mit anderen Wirkstoffen. Sie gelten als sicher und sind laut EU-Kosmetikverordnung zugelassen. Zertifizierte Naturkosmetikhersteller verzichten auf synthetisch hergestellte Antimykotika. Sie setzen auf natürliche Substanzen – etwa bestimmte pflanzliche Auszüge. Im Test sogar mit Erfolg: Das Naturkosmetikprodukt reduziert Schuppen immerhin befriedigend. Im Kampf gegen das Rieseln bietet es Anhängern natürlicher Kosmetika also durchaus eine Alternative.

Ohne Silikone geht es auch

Bei der Pflege sieht das schon anders aus. Als die Friseurin ins Haar der Probanden greift und einzelne Strähnen durch die Fingerspitzen gleiten lässt, ist sie mit zwei Shampoos unzufrieden. Es sind das Naturkosmetikprodukt und das Shampoo einer Drogeriemarktkette, dm Balea. Die Messungen in der Zugprüfungsmaschine bestätigen das Urteil der Expertin. Um die Teststrähnen zu kämmen, die mit diesen beiden Shampoos gewaschen wurden, braucht die Maschine deutlich mehr Kraft als bei jenen, die mit den Konkurrenzprodukten behandelt wurden. Den Shampoos gelingt es offensichtlich nicht, die äußere Schicht der Haare zu glätten. Das erhöht den Widerstand beim Kämmen. Beide Produkte enthalten keine Silikone. Diese Stoffe glätten die Haaroberfläche, machen die Mähne geschmeidig und leicht kämmbar. Bei Umweltschützern und vielen Verbrauchern stehen sie aber in der Kritik, weil sie biologisch schwer abbaubar und ihre Auswirkungen auf die Umwelt noch ungeklärt sind. Aber es geht auch ohne Silikone: Das von Rossmann schafft den Dreiklang: gute Anti-Schuppen-Wirkung plus gute Pflege ohne Silikone.

Wirkstoffe nicht wieder wegspülen

Langes oder strapaziertes Haar braucht besonders intensive Pflege. Optimal für Schuppengeplagte ist es, wenn schon das Shampoo gute Arbeit leistet. Denn: Die Wirkstoffe müssen bei der Wäsche auf die Kopfhaut gelangen. Sie sollten mit zusätzlichen Pflegeprodukten nicht gleich wieder weggespült werden. Wer auf Kur und Spülung nicht verzichten will, sollte diese nur in die Längen geben. Eine Alternative sind sogenannte Leave-on-Produkte, die Nutzer ins Haar sprühen oder einmassieren und nicht wieder ausspülen. Auch Dermatologin Vogt rät zur Zurückhaltung: „Weniger ist mehr, wenn es um die Anzahl der Pflegeprodukte geht.“

Alle Informationen

„test“ 10/2017 oder online

unter www.test.de/schuppenshampoo

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