Verkehr

Welche Apps im Auto sinnvoll sind

von Redaktion

Von Fabian Hoberg

Nicht nur in den meisten Hosentaschen steckt heute ein Smartphone. Auch über oder am Armaturenbrett klemmt oft eins. Mit an Bord: Apps, die Autofahrern das Leben erleichtern können. Etwa beim Navigieren, bei der Parkplatzsuche oder der Pannenhilfe. Manche kombinieren gleich mehrere Funktionen.

Laut dem Digitalverband Bitkom benutzen derzeit rund 54 Millionen Deutsche ein Smartphone. Tendenz steigend. Für 80 Prozent der Nutzer erleichtert das Gerät den Alltag. Auch im Auto ist es kaum mehr wegzudenken, 36 Prozent verbinden es mit ihrem Wagen. 64 Prozent nutzen es als Navigationsgerät, und jeder dritte Autofahrer lässt sich unterwegs per Internet vor Staus warnen.

Doch Vorsicht: „Apps sollten vor allen Dingen nicht während der Fahrt ablenken. Ideal sind daher eine Sprachsteuerung oder eine Integration mit Apple CarPlay beziehungsweise Android Auto“, sagt ein ADAC-Sprecher. Am besten daher die Apps vor der Fahrt aktivieren oder programmieren.

Autohersteller wie BMW oder Mercedes bieten eigene Apps für Kunden an. Damit lässt sich etwa nachsehen, wo das Auto steht und ob es verriegelt ist. Oder man lässt sich die Füllstände von Motoröl, Tank oder die Batteriekapazität und Restreichweite anzeigen. Auch das direkte Senden der Zieladressen aus dem Handy an das Navi oder die Benachrichtigung über die optimale Startzeit ist möglich. Nach Pannen und Unfällen unterstützt die App Fahrer.

Die Mercedes-Me-App etwa wurde seit 2015 knapp eine Million Mal heruntergeladen. „Auch Autobesitzer anderer Marken können über die Me-App Mobilitätsdienste wie car2go, MyTaxi, moovel, Parkinformationen oder News abrufen“, erklärt Michael Klingler von Mercedes.

Doch nicht alle Apps sind empfehlenswert: Christine Steffen von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät, bei der Nutzung darauf zu achten, welche Daten abgefragt werden und zu welchen Zwecken sie verwendet werden. Zudem könnten bei der Synchronisation von Diensten wie SMS ebenfalls personenbezogene Daten übermittelt werden. Hier lohne es sich zu prüfen, welche Anbieter auf welche Daten zugreifen und diese verwenden dürfen. Je nach Funktion kann die Erhebung bestimmter Daten nötig sein, um einen Dienst zu nutzen, etwa die Ortungsfunktion bei der Stauvorhersage.

„Skeptisch sollte man sein, wenn der Anbieter auf die eigenen Kontakte zugreifen möchte“, sagt Steffen. Ist die Funktion nicht zwingend für den Dienst erforderlich, sollten Nutzer prüfen, ob sie diese deaktivieren und damit die Datenweitergabe verweigern könne.

Über Geschwindigkeitskontrollen und Blitzer warnen Apps wie Blitzer.de. Eine Community füttert die App mit Kontrollen und Blitzer. Prinzipiell sind solche Apps nicht verboten. Obwohl die Straßenverkehrsordnung die Verwendung von Geräten zur Abwehr oder zum Schutz vor Radarkontrollen verbietet, sind Smartphones von dieser Regelung nicht betroffen, da sie nicht zu diesem Zweck entwickelt wurden. Nur dürfen Autofahrer die Apps in Deutschland nicht nutzen. Das kann allerdings der Beifahrer übernehmen. Dieser darf dem Fahrer offiziell zwar nicht sagen, dass ein Blitzer in der Nähe ist, aber ihn jedoch darauf hinweisen, dass er langsamer fahren soll.

Eins dürfen Fahrer generell nicht tun: Das Smartphone während der Fahrt in die Hand nehmen. Als Navi dürfen sie es also nur nutzen, wenn das Gerät mit einer Halterung im Auto angebracht ist.

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