Im 18. Jahrhundert stand die Haferflockensuppe dreimal täglich auf dem Speiseplan. Als die Kartoffel ihren Siegeszug feierte, wurde der Hafer zum Viehfutter degradiert. Das ist schade, denn Hafer ist gesund. Er enthält doppelt so viel Eiweiß wie andere Getreidesorten, Antioxidantien, ungesättigte Fettsäuren, B- und andere Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, besonders, Eisen, Zink und Selen. Warum das Getreide so wenig populär ist, liegt wahrscheinlich an seiner Einfachheit und dem niedrigen Preis. Da sind teure Hightech-Produkte – aufgepopptes Getreide, hochgezuckert und mit allerlei Aromen und Nährstoffen versetzt – weitaus beliebter.
Bereits 1954 konnte über einen Behandlungsversuch mit Haferflocken bei „minderbegabten“ Kindern berichtet werden. Hier wurde über einen längeren Zeitraum Müsli mit Haferflocken gereicht, das die gleiche günstige emotionale Veränderung erzielte, wie es mithilfe von isolierten oder gemischten Aminosäuren geschah. Dokumentiert wurde eine Ausweitung der Denkvollzüge und eine allgemeine körperliche Kräftigung. Neuere wissenschaftliche Studien belegen, dass Hafer zudem eine wertvolle Quelle für Antioxidantien ist. Hafer enthält Avenanthramide, das sind spezielle sekundäre Pflanzenstoffe, die in keinem anderen Getreide vorkommen.
Haferflocken – grob oder fein – werden immer aus vollem Korn hergestellt. Zur Aktivierung der körpereigenen, antioxidativ wirkenden Enzyme werden Spurenelemente wie Selen, Zink, Kupfer oder Mangan gebraucht. Sie alle sind in Hafer in erstaunlich großer Menge von Natur aus enthalten. Eine Kraftmischung ist die zerdrückte Banane mit etwas Zitronensaft und Haferfocken oder auch, für die kalte Jahreszeit:
Porridge
Zutaten: Haferflocken, Wasser, eine Prise Salz, nach Geschmack: Nelken-, Kardamom-, Zimt- oder Pimentpulver oder etwas Kakao, Zitrone, Trockenfrüchte klein geschnitten, gehackte Nüsse Ahornsirup oder Honig
Zubereitung: Haferflocken in Wasser zehn bis 15 Minuten kochen, mit den Zutaten versehen. In heiß ausgespülte Marmeladengläser gefüllt, fest verschraubt und ausgekühlt, hält sich Porridge im Kühlschrank gut drei bis vier Tage.