Deutschlands drei große Mobilfunknetze werden besser, nach oben ist aber noch viel Luft. Und einige bekannte Schwächen gibt es immer noch. So lässt sich das Ergebnis des jährlichen Netztests der Fachzeitschrift „Chip“ zusammenfassen. Testsieger ist erneut die Telekom mit 91,3 von 100 möglichen Punkten. Auf dem zweiten Platz landet Vodafone (88 Punkte), O2 ist mit 66,7 Punkten auf dem dritten Platz. Fortschritte gab es vor allem durch die Einführung des Enhanced Voice Systems EVS im Netz von Telekom und Vodafone. Bauen beide Gesprächsteilnehmer über das LTE-Netz desselben Betreibers eine LTE-Telefonverbindung auf, profitieren sie von deutlich besserer Sprachqualität. O2 bietet die Technik laut „Chip“ noch nicht an. Generell haben die Netzbetreiber viel in die Geschwindigkeit und die Kapazität ihrer LTE-Netze investiert. Das Durchschnittstempo beim Herunter- und Hochladen von Daten hat sich insgesamt merklich erhöht.
Alle haben Schwächen in Zügen
Was aber nicht heißt, dass alles in Ordnung ist. Nach wie vor schwächeln alle Anbieter bei Verbindungen in Zügen der Deutschen Bahn. Hier können sich Kunden trotz leichter Verbesserungen bei keinem Anbieter auf durchgängig zuverlässigen Betrieb verlassen. In ländlichen Regionen ist es mit schnellem Internet meist auch schlecht bestellt.
Große Unterschiede gibt es zwischen den drei Netzbetreibern auch im täglichen Betrieb: Beim mobilen Ansehen von Livestreams geht die Schere weit auseinander. Während im Telekom-Netz einer von 100 Livestreams stockt, ist es bei O2 den Messdaten nach jeder zwölfte. Auch der Gesprächsaufbau dauert bei O2 in der Regel mit 7,15 Sekunden am längsten. Hier kommt laut „Chip“ der vermehrte Einsatz von Voice over LTE (VoLTE), also Sprachanrufen über das LTE-Netz, zum Tragen. Vodafone und Telekom, die besonders auf VoLTE setzen, sind hier mit 4,22 und 4,35 Sekunden schneller.
Bei O2 gehen Anrufe schief
Unterschiede zwischen den Anbietern gibt es auch bei den erfolgreich durchgeführten Anrufen. In der Summe gehen bei über das O2-Netz abgewickelten Verbindungen rund 6,6 Prozent aller Anrufe schief. Sei es durch Abbrüche mitten im Gespräch oder erst gar nicht zustande gekommene Verbindungen. Vodafone (2,03 Prozent) und Telekom (1,49 Prozent) haben hier deutlich weniger Probleme. In den Großstädten Hamburg und München lägen die Testergebnisse von O2 aber deutlich näher an den Mitbewerbern als im Bundesvergleich.