Die Stiftung Warentest hat drei freie Werkstätten geprüft sowie sechs Kundendienste der Hersteller, darunter die von De´Longhi und Bosch-Siemens Hausgeräte. Alle bekamen je drei kaputte Geräte zugesandt. Von neun Reparaturwerkstätten haben nur drei ihre Sache gut gemacht: De´ Longhi Deutschland, Philips und Groupe SEB Deutschland/Markenbereich Krups. Eine freie Werkstätte ist befriedigend, drei sind ausreichend und zwei sogar mangelhaft.
Zwei einfache Fehler überfordern Profis
Testhaushalte schickten jedem Anbieter drei defekte Geräte mit verstopfter oder manipulierter Milchaufschäumdüse und beschädigter Ummantelung des Netzkabels. Die verstopfte Düse hätte jeder Nutzer selbst reinigen können. Normalerweise genügt es, sie abzuschrauben, in Spülwasser einzuweichen und mit einer kleinen Flaschenbürste zu putzen. Trotzdem bekommen Kundendienste Kaffeevollautomaten mit genau diesem Defekt zur Reparatur. Manche Profis scheiterten sogar daran.
Mehr Macken als vor der Reparatur
Nur die drei besten Reparaturdienste schickten jeweils drei funktionstüchtige Geräte zurück. 9 der 27 Kaffeevollautomaten kamen unverändert oder mit größerem Schaden als vorher zurück. Das angeritzte Kabel besserten die meisten nicht aus. In mehreren anderen Fällen brühten die Automaten nach der Reparatur nicht einmal mehr Espresso. Bosch-Siemens-Techniker tauschten in zwei Maschinen die Brüheinheit aus. Anschließend brühten beide Geräte keinen Kaffee mehr. Obendrein kam eine der beiden Maschinen deutlich verschmutzt zurück, die andere mit offenem Gehäuse. Auch eine Jura-Maschine bekam eine neue Brüheinheit und brachte hinterher keinen Kaffee mehr in die Tasse, sondern nur in die Auffangschale. Äußerlich war kein Defekt erkennbar.
Neue Fehler trotz Pauschale
In drei Fällen kassierten die Kundendienste Pauschalen für die Reparatur. Die Werkstätten versprechen, dafür nicht nur den eigentlichen Fehler zu beheben, sondern die gesamte Maschine in Schuss zu bringen. Eigentlich eine prima Idee, damit nicht nach kurzer Zeit die nächste Reparatur anfällt. Die drei Geräte schickten die Techniker jedoch mit neuen Fehlern zurück.
Defektes Kabel störte fast niemanden
Das von den Testern sichtbar aufgeschlitzte Netzkabel ignorierten fast alle Techniker. Nur die innere Isolierung schützte noch vor einem Kurzschluss. Lediglich zwei der 27 Maschinen kamen mit ausgebessertem Netzkabel zurück. Trotzdem gaben die meisten Dienste auf der Rechnung an, die Maschine habe die Sicherheitsprüfung bestanden.
Verpackung wird zum Problem
Entweder reparieren die Kundendienste die Maschinen selbst oder Vertragswerkstätten erledigen das. In der Regel befördern Paketdienste die Geräte dorthin und zurück. Folglich sollten die Kaffeeautomaten sorgfältig verpackt sein, um den Transport schadlos zu überstehen. Zwei freie Werkstätten scheiterten an dieser Aufgabe. Sie schickten je eine Maschine mit Knackfolie umwickelt auf die Rückreise. Die Seiten waren jedoch nicht genügend vor Stößen geschützt. Beide Geräte kamen mit einem Riss im Wassertank an, Wasser lief aus. Sie bereiteten keinen Kaffee mehr. An einer anderen Maschine brach trotz angemessener Verpackung die Tassenablage und Abtropfschale ab. Die Fälle zeigen, welches Risiko der Paketversand bedeutet.
Reparaturen schonen die Umwelt
Manche Reparaturdienste kassieren keine Pauschalen, sondern rechnen nach Aufwand ab. Ein Techniker erneuerte nicht nur die Milchaufschäumdüse, sondern auch Brühgruppenantrieb, Generator und Heizelement. Für 387 Euro. Mit so viel Geld hätte der Kunde schon einen günstigen neuen Kaffeevollautomaten kaufen können. Aus Sicht der Umwelt ist jedoch die Reparatur besser als ein Neukauf. Ein Kaffeevollautomat birgt im Schnitt 600 Gramm Elektronik aus wertvollen Rohstoffen, dazu sieben Kilogramm Kunststoffe. Die Produktion belastet die Umwelt stark, Besitzer sollten ihren Kaffeevollautomaten möglichst lange nutzen und reparieren.
Die besten Maschinen
Die Stiftung Warentest hat Kaffeevollautomaten getestet. Am besten schnitt bei den Maschinen mit automatischer Milchaufschäumfunktion die Jura J6 für stolze 1460 Euro ab. Genauso gut und deutlich günstiger sind das Schwestermodell E8 Platin für 925 Euro sowie die Melitta Caffeo Varianza CSP für 655 Euro aus dem Vorgängertest. Aus dem aktuellen Test schnitt ähnlich gut die De´Longhi Dinamica für 655 Euro ab, die produzierte den besten Milchschaum des Tests. Bei den Maschinen mit Dampfdüse überzeugte besonders die Melitta Caffeo Solo & Milk. mm