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Raus aus den teuren Tarifen

von Redaktion

Stromkunden bringt ein Tarifwechsel leicht 200 bis 300 Euro, Gaskunden oft noch mehr. Die Zeitschrift „Finanztest“ erklärt in ihrer aktuellen Ausgabe, worauf man beim Anbieterwechsel achten sollte. Zwei Tariftypen stehen laut „Finanztest“ bei Strom und Gas zur Wahl. Vor dem Anbieterwechsel, sollte man überlegen, welcher Tariftyp man ist.

-Bonustarife für Aktive: Hohe Boni locken im ersten Vertragsjahr. Wenn sie im zweiten Jahr wegfallen, sind die Tarife oft teurer als die, die Kunden zuvor hatten. Bonustarife verlängern sich ohne fristgerechte Kündigung meist automatisch um zwölf Monate. Empfehlenswert sind sie daher nur für Aktive, die rechtzeitig einen neuen Vertrag abschließen.

-Flexible Tarife für Bequeme: Arbeits- und Grundpreis sind günstig, Neukundenboni gibt es fast nie. Im zweiten Vertragsjahr lassen sich die Verträge monatlich kündigen. Doch aufgepasst: Ein Leseraufruf der Zeitschrift „Finanztest“ hatte gezeigt, dass Versorger auch bei diesen Tarifen zum Teil schon nach nur einem Jahr Laufzeit bis zu 30 Prozent draufschlugen.

Wechsel lohnt sich für viele

Vor allem für Gas-Kunden mit älteren Verträgen oder Strom- und Gas-Kunden, die nach wie vor in der Grundversorgung bei ihren örtlichen Stadtwerken stecken, lohnt sich ein Anbieterwechsel, heißt es bei „Finanztest“. Wie viel sich konkret sparen lässt zeigen folgende Beispiele:

-Strom: Ein Beispielkunde aus Berlin (3500 kWh) zahlt bisher bei Vattenfall im Basis-Privat-Tarif 1141 Euro im ersten Jahr. Bei einem Wechsel zu BEV/Strom 25 zahlt er im ersten Jahr 759 Euro. Er spart sich also 382 Euro. Wichtig ist hier allerdings, dass es sich um einen Tarif für aktive Kunden handelt – im zweiten Jahr kann der Preis bereits um einige hundert Euro höher liegen. Der Kunde muss sich also frühzeitig um einen erneuten Wechsel kümmern. Für bequeme Kunden lohnt sich im beschriebenen Beispielfall eher ein Wechsel zu Logo!/LogoStrom Clever. Hier zahl der Modellkunde aus Berlin im ersten Jahr 892 Euro. Es ergibt sich also immer noch eine Ersparnis von 249 Euro. Und: Ein erneuter Wechsel im Folgejahr ist nicht nötig.

-Gas: Noch höher fällt die Ersparnis beim Wechsel des Gas-Anbieters aus. Ein Beispielkunde aus Berlin mit einem Jahresverbrauch für Gas von 20 000 kWh Stunden zahlt durch einen Wechsel von der Gasag/Erdgas Komfort zum Maingau/GasRegio im ersten Jahr 824 Euro statt 1338 Euro, also 514 Euro weniger. 600 Euro lassen sich beim Wechsel zu Strogon/Gas Fest Plus sparen. Hier gilt allerdings: Der Kunde sollte bereits sein, jedes Jahr den Anbieter zu wechseln, um Erhöhungen im gewählten Tarif zu entgehen.

In sechs Schritten zum neuen Tarif

Die Finanztester zeigen den Weg zum neuen Tarif in sechs Schritten:

-Unterlagen bereitlegen: Bei einer Preiserhöhung sollte man beim Versorger nach günstigeren Preisen fragen. Preis, Laufzeit und Preisgarantie des Angebots sollte man mit anderen aktuellen Tarifen vergleichen, bevor man sich entscheidet. Alle für den Wechsel wichtigen Informationen wie die Kunden- oder Zählernummer und den Jahresverbrauch finden sich in der Jahresrechnung.

-Tarif suchen: Die Preise ändern sich schnell, zum Teil täglich. Nur bei den Verkaufsportalen im Internet erhält man einen aktuellen Überblick über Angebote und Konditionen. In einer Untersuchung der Stiftung Warentest zu „Vergleichsportalen für Gas“ im Herbst 2014 schnitten Check24.de und Verivox.de am besten ab.

-Tarif auswählen: Tarife für Aktive umfassen häufig einen Neukundenbonus und einen Sofortbonus. Ihre Höhe variiert je nach Wohnort und Verbrauch. Sofortboni zwischen 100 und 200 Euro sind keine Seltenheit. Die Anbieter zahlen sie wenige Wochen nach Lieferbeginn aus. Den Neukundenbonus berücksichtigen sie dagegen erst nach einem Belieferungsjahr in der Schlussrechnung. Bei Check24 kann man gezielt nach Sofortboni filtern.

-Anbieter checken: Mithilfe von Suchmaschinen im Internet sollte man sich erkundigen, welche Erfahrungen andere Kunden mit dem Unternehmen gemacht haben. Gute Informationen finden Sie auch beim Bund der Energieverbraucher (energieanbieterinformation.de).

-Altvertrag kündigen: Wer noch nie etwas geändert hat, ist im Grundversorgungstarif für Strom oder Gas beim örtlichen Versorger. Um zu wechseln, müssen Kunden nur einen Vertrag mit einem neuen Anbieter abschließen. Er übernimmt die Kündigung beim alten Versorger. Die Frist hierfür beträgt nur 14 Tage. Manchmal dauert es aber etwas länger, weil einige Versorger neue Verträge nur zum Monatsanfang akzeptieren. Wer bei den Stadtwerken schon einmal den Tarif ausgetauscht oder bei einem neuen Anbieter angeheuert hat, hat einen Sondervertrag. Bei einem Wechsel übernimmt ebenfalls der neue Anbieter die Kündigung. Die Frist dafür findet sich im Vertrag oder in den allgemeinen Geschäftsbedingungen. Oft beträgt sie sechs Wochen.

Falls der Versorger ankündigt, dass er künftig mehr für Strom oder Gas haben will, steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zu. Welche Kündigungsfrist gilt, sollte im Preiserhöhungsschreiben des Anbieters stehen. Wer das Sonderkündigungsrecht nutzen will, sollte den Vertrag selbst kündigen und den neuen Versorger darüber informieren. Es empfiehlt sich eine Kopie der Kündigung zu machen und die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein zu verschicken.

-Vertrag abschließen: Den neuen Vertrag können Kunden auf der Internetseite des Anbieters oder über ein Verkaufsportal wie Check24.de oder Verivox.de abschließen. Ist der Antrag ausgefüllt und abgeschickt, erhält man ein Begrüßungsschreiben des neuen Versorgers. Darin bestätigt er den Lieferbeginn. Der jetzige Versorger fordert den scheidenden Kunden auf, den Zählerstand mitzuteilen. Sechs Wochen nach Lieferende sollte der Kunde die Abrechnung erhalten.

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