Ärger mit der Airline, mit der Bahn oder dem Fernbus: In diesem Jahr haben sich so viele Reisende wie nie an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP) in Berlin gewandt. Geschäftsführer Heinz Klewe erwartet rund 15 600 Anträge und damit 15 Prozent mehr als im Vorjahr, wie er am Dienstag in einer Vorabbilanz erklärte. Drei von vier Verbrauchern beschweren sich bei der SÖP demnach über ihre Fluggesellschaft. Die Zahl der Beschwerden über die Bahn und über Fernbusunternehmen nahm ebenfalls deutlich zu.
Die SÖP schlichtet bundesweit außergerichtlich Streitigkeiten zwischen Reisenden und Flug-, Bahn-, Bus-, und Schiffsunternehmen sowie U- und S-Bahn-Betreibern. Voraussetzung ist, dass Passagiere sich zunächst erfolglos beim Unternehmen beschwert haben.
Die Beschwerden über Fluggesellschaften stiegen um zwölf Prozent. Gründe dafür waren auch die vielen Ausfälle bei Airberlin. Die Zahl der Schlichtungsanträge von Bahnreisenden kletterte 2017 sogar um 16 Prozent, nachdem sie in den letzten drei Jahren stets leicht zurückgegangen war. Die Deutsche Bahn hat ihr Pünktlichkeitsziel dieses Jahr nicht erreicht. Sie machte Sturmschäden und Baustellen verantwortlich.