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Exzellente Voraussetzungen

von Redaktion

Auch an der Börse zieht weihnachtliche Stimmung ein, das Jahr ist fast abgehakt. Am letzten Handelstag vor Weihnachten gab es aber noch wichtige Nachrichten auch für die Händler. Bei BASF hat man sich auf den künftigen Vorstandschef verständigt, beim ThyssenKrupp haben sich Vorstand und Gewerkschaften auf eine erstaunlich lange Beschäftigungsgarantie geeinigt und die Konjunktur- und Konsumstimmung der Verbraucher wird noch besser.

Das sind exzellente Voraussetzungen 2018“, sagt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank. Auch der Arbeitsmarkt ist in bester Lage bei nahezu erreichter Vollbeschäftigung. „Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht“. Das gilt weltweit. Schließlich erwartet die Mehrzahl der Ökonomen auch für die Weltwirtschaft im Schnitt ein Wachstum von 3,7 Prozent. Was gerade exportstarken Firmen in Deutschland zugute kommt. Auch wenn der Dax in den vergangenen Wochen mehr oder weniger auf der Stelle trat, ziehen Experten eine positive Jahresbilanz.

„Ein außergewöhnliches Aktienjahr geht zu Ende“, schrieben die Experten der LBBW. Gleichwohl war die Stimmung auf dem Börsenparkett eher gemischt. Der Deutsche Aktienindex Dax pendelte am letzten Handelstag vor Weihnachten zwischen 13 050 und 13 100 Punkten und damit leicht im Minus. Grund: Der Wahlausgang in Katalonien mit dem Sieg der Unabhängigkeitsbefürworter. Damit ist die Zukunft der Region und Spaniens insgesamt weiter offen. Für Europa sind das auch nach Ansicht der Börsianer keine rosigen Aussichten.

Ob diese politisch begründete Skepsis die Kurse länger beeinflusst ist eher unwahrscheinlich. „Politische Börsen habe kurze Beine“, besagt eine Händler-Weisheit. Die schauen nicht nur auf die hervorragenden Konsum- und Konjunkturaussichten. Sondern auf dadurch vermutlich steigende Unternehmensgewinne. Und auf die Dividendensaison, die Siemens Ende Januar eröffnet.

Sie dürfte Anlegern neue Rekorde bescheren. Auf 35 Milliarden Euro allein für die 30 Dax-Firmen werden die Ausschüttungen geschätzt. 24 werden die Dividende anheben, sagt Andreas Hürkamp von der Commerzbank. Im Schnitt ergibt sich eine Dividendenrendite – die Ausschüttung gemessen am Aktienkurs – von drei Prozent. Das schlägt Sparanlagen und Anleihen deutlich. Bei Telekom und Deutscher Post wird die Dividende wie jedes Jahr sogar steuerfrei gezahlt.

Allerdings gilt es auch bei der Dividendenrendite genau hinzuschauen, sagen Aktienstrategen. Zahlen Unternehmen eine Dividende bei fallendem Aktienkurs, steigt automatisch die Dividendenrendite. Dabei weist die Kursentwicklung möglicherweise auf Probleme hin. Diejenigen, die auf solide, dividendenstarke Aktien setzen, können in jedem Fall beruhigter schlafen als Spekulanten, die dem Bitcoin-Hype folgen. Mehr als 20 Prozent hat die Kryptowährung in der vorletzten Dezember-Woche verloren, nach dem rasanten Anstieg zuvor. „Jeder sollte sich sehr genau überlegen, was er macht“, sagt Robert Halver von der Baader Bank. „Es gibt hier keinen Wertmaßstab.“ Die seit kurzem möglichen Bitcoin-Termingeschäfte in den USA seien der Sargnagel für das Platzen der Blase. rolf obertreis

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