wochenmarkt

Von Rohmilch und Vorzugsmilch

von Redaktion

Bei den Verbrauchern ist ein Trend zu ursprünglichen Lebensmitteln zu beobachten. Deshalb erfreuen sich Hofläden immer größerer Beliebtheit. Dort stehen häufig Automaten, an denen frische Milch gezapft werden kann. Handelt es sich um pasteurisierte Milch, die für kurze Zeit auf 72 Grad Celsius erhitzt und keimfrei gemacht wurde, ist der direkte Genuss gesundheitlich kein Risiko. Der Vertreiber sollte dies auch entsprechend kennzeichnen. Pasteurisierte Milch wird im Handel als Frischmilch angeboten.

Wird an einer Milchtankstelle allerdings Rohmilch abgegeben, ist Folgendes zu beachten: Die sogenannte Rohmilch wird nach dem Melken lediglich filtriert und gekühlt und kann natürlicherweise Bakterien wie Listerien, Campylobacter, EHEC oder Salmonellen enthalten. Um schädliche Keime abzutöten, wurde herkömmliche Milch im Supermarkt deshalb schon immer erhitzt (pasteurisiert bei 72 Grad oder ultrahocherhitzt (UHT) bei mindestens 135 Grad). Bei der Pasteurisation bleiben die Inhaltsstoffe so gut wie unverändert.

An jeder Milchtankstelle, die Rohmilch anbietet, muss gut sichtbar der Hinweis angebracht sein: „Rohmilch, vor dem Verzehr abkochen“. Infektionen mit Bakterien können zu einem schwerwiegenden Krankheitsverlauf mit lebensbedrohlichen Folgen führen. Besonders Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere oder immungeschwächte Personen haben ein erhöhtes Risiko. Aber auch alle anderen sollten Rohmilch abkochen.

Manche Verbraucher möchten ihre Milch gerne so naturbelassen wie möglich genießen. Hier kann Vorzugsmilch eine Alternative bieten. Dabei handelt es sich um Rohmilch, die unter besonders strengen hygienischen Bedingungen gewonnen und regelmäßig auf Keime untersucht wird. Doch auch hier können unter Umständen noch gefährliche Bakterien enthalten sein, weshalb Vorzugsmilch nicht für Kinder, Schwangere und ältere Personen geeignet ist.

Artikel 6 von 6