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Wie viel die D-Mark heute wert ist

von Redaktion

von manuela dollinger

Am 1. Januar 2002 wurde die D-Mark vom Euro als offizielles Zahlungsmittel abgelöst. Die meisten Deutschen haben aber immer noch ein paar alte D-Mark Münzen bei sich zu Hause. Nach Daten der Bundesbank belief sich der Gesamtwert des noch nicht umgetauschten Geldes Ende 2017 auf rund 12,64 Milliarden Mark – rund 6,46 Milliarden Euro. Ein Teil der Münzen und Scheine dürfte der Bundesbank zufolge verloren gegangen oder vernichtet worden sei, ein Teil wird im Ausland vermutet. Der Rest liegt in Sammler-Schatullen. Mengenmäßig befindet sich laut Bundesbank vor allem der Glückspfennig noch im Umlauf.

„Im Gegensatz zu anderen Ländern kann man in Deutschland zeitlich unbegrenzt D-Mark in Euro umtauschen“, sagt Wolfgang Erzinger, Chefredakteur des Deutschen Münzen Magazins. Zuständig ist in Deutschland die Bundesbank, die zum festen Kurs von 1,95583 D-Mark (dem sogenannten Nennwert) für einen Euro umtauscht. Die Zentralbanken einiger anderer Euro-Länder haben den Umtausch dagegen befristet. Lire konnten zum Beispiel nur bis Ende 2011 umgetauscht werden. Spanische Peseten können noch bis Ende 2020 in Euro gewechselt werden. Zuletzt, zum 31. Januar 2018, ging die Frist für den Umtausch von Maltesischen Lira (Banknoten) zu Ende (siehe Tabelle). Für den Umtausch einer Währung ist grundsätzlich die jeweilige nationale Zentralbank zuständig. Die Europäische Zentralbank tauscht keine Banknoten oder Münzen um.

Ob italienische Lira oder französischer Franc: Wer Münzen und Banknoten zu Hause hat, die mittlerweile ungültig sind, hortet aller Wahrscheinlichkeit nach keinen Schatz. „Werden Münzen und Banknoten für ungültig erklärt, geben die Preise tendenziell eher nach“, sagt Erzinger. So sei es auch in Deutschland mit den D-Mark-Briefmarken gewesen. „Zwei bis drei Jahre konnte man die noch auf Briefe kleben, dann haben sie ihren Wert verloren – in Folge dessen ist auch der Sammlermarkt eingebrochen“, erinnert sich Erzinger. So manche alte D-Mark-Münze habe dagegen Sammlerwert.

Sonder- und Fehlprägungen

Deshalb sollte man alte Münzen genau unter die Lupe nehmen, bevor man sie zur Bundesbank trägt. Grundsätzlich gilt: je seltener und je besser erhalten eine Münze ist, umso wertvoller ist sie. So übersteigt zum Beispiel bei Sonder- und Gedenkprägungen der Sammlerwert meist den Nennwert. Begehrt bei Sammlern ist zum Beispiel ein 5-Mark-Stück aus dem Jahr 1958, das in begrenzter Stückzahl in Hamburg geprägt wurde. Mit etwas Glück bekommt man beim Händler einige hundert Euro dafür.

Besonders wertvoll sind auch rund 500 ganz besondere 2-Pfennig-Münzen, die in den Jahren 1968 und 1969 in Hamburg geprägt wurden. Bis 1968 waren alle 2-Pfennig-Münzen aus reinem Kupfer (nicht magnetisch), danach aus Kupfer-plattiertem Eisen (magnetisch). In den Übergangsjahren wurden noch rund 500 nicht-magnetische Exemplare geprägt, für die Sammler heute mehrere tausend Euro bezahlen. Äußerlich sind die Münzen nicht voneinander zu unterscheiden. Um fündig zu werden, muss man einen Magnet-Test machen. Wo eine Münze geprägt wurde, erkennt man übrigens an dem Buchstaben auf der Münze. „J“ steht für Hamburg, „G“ für Karlsruhe, „D“ für München, „F“ für Stuttgart.

Auch alte Fehlprägungen bringen manchmal das Vielfache des Nennwertes. Prominentes Beispiel: das 50-Pfennig-Stück aus dem Jahr 1950. Es trägt den alten, 1948 und 1949 gebräuchlichen Schriftzug. Die Fehlprägung entstand, weil ein Mitarbeiter der Münzprägeanstalt irrtümlich die alte Schablone für die Beschriftung verwendete. Heute ist die Münze – je nach Zustand – unter Sammlern zwischen 400 und 600 Euro wert. Solche Schätze sind allerdings rar. „Schließlich hatten Sammler schon Jahrzehnte lang Zeit, das Kleingeld zu durchwühlen“, sagt Erzinger.

Katalogpreis und Sammlerwert

Der Münzen-Experte rät, sich einen Münzkatalog zu besorgen, um den Wert von Münzen zu bestimmen. Der „Kleine deutsche Münzkatalog“ ist für 17,90 Euro im Buchhandel erhältlich – in der Regel steht er aber auch in der Bibliothek. Hier sind alle Münzen seit 1871 aufgelistet – mit den entsprechenden Katalogpreisen. „Die Preise sind zwar keine Marktpreise, aber sie dienen als Richtwert, an dem man sich orientieren kann“, so Erzinger. Wie viel ein Händler am Ende wirklich bezahlt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Auch davon, wie abgenutzt die Münze ist.

Nach der Recherche des Katalogpreises rät Erzinger allen, die alte Münzen verkaufen möchten, die Preise bei verschiedenen Münzhändlern zu vergleichen. Eine Liste mit Händlern findet man zum Beispiel im Internet beim Berufsverband des deutschen Münzfachhandels (www.muenzenverband.de). Lohnen kann sich auch ein Besuch bei der Numismata, einer der größten Münzmessen Deutschlands, die Anfang März (3./4. März, MOC, Lilienthalallee 40, Tageskarte 8 Euro) in München stattfindet. Hier sind rund 300 Händler vor Ort. „Alternativ kann man Münzen über Ebay anbieten. Hier erzielt man oft gute Preise, denn man verkauft direkt an andere Sammler “, rät Erzinger.

Anders als Münzen sind alte Banknoten in der Regel nicht mehr wert als ihr Nennwert. Sammler interessieren sich eigentlich nur für sogenanntes kassenfrisches Geld, das nie ausgegeben wurde. Außerdem sind nur spezielle Seriennummern gefragt. Dass sich solche Scheine zu Hause unter der Matratze finden, ist so gut wie ausgeschlossen.

Umtausch

Der Umtausch von DM-Banknoten und -Münzen ist bei allen Filialen der Deutschen Bundesbank gebührenfrei und ohne betragliche oder zeitliche Begrenzung möglich. In München liegt die Filiale der Bundesbank an der Leopoldstraße 234 (Montag bis Freitag 9 bis 12.30 Uhr). Der Umtausch ist auch auf dem Postweg (über die Filiale Mainz) möglich. Anträge und Adressen finden sich auf der Homepage der Bundesbank (www.bundesbank.de).

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