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Buttrig, zart und saftig: Zuchtlachs schlägt Wildlachs

von Redaktion

Für frischen Lachs müssen sich Verbraucher nicht mehr an der Fischtheke anstellen. Seit vielen Jahren gibt es ihn auch abgepackt in Gefriertruhen von Discountern und Supermärkten. Aber sind frische Lachsfilets wirklich frisch? Schmecken sie besser als tiefgefrorene? Hat Wildlachs Vorteile gegenüber Zuchtlachs? Wie sieht es mit Rückständen von Antibiotika und Schadstoffen aus? Das hat die Stiftung Warentest für die März-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ untersucht. Im Test waren 30 Lachsfilet-Produkte.

Frisch, abgepackt unter Schutzatmosphäre und gekühlt bei knapp über Null Grad Celsius – auf diese Art verkaufen Discounter und Supermärkte seit 2014 in größerem Stil Lachs. Die Stiftung Warentest hat die Qualität dieser frischen Filets, aber auch von vielen tiefgefrorenen umfangreich geprüft. Dafür untersuchten Experten eines Labors die Filets auf Schadstoffe und unerwünschte Mikroorganismen, beschrieben Geschmack und Konsistenz und kontrollierten die Kennzeichnung. Die Gesamturteile reichen von gut bis ausreichend.

Unter den getesteten Produkten waren neun Wild- und 21 Zuchtlachsfilets. Der meiste Zuchtlachs stammt aus Norwegen. Auch fünf Bio-Lachsfilets waren im Test vertreten. Die Preisunterschiede im Testfeld sind gewaltig – ein Kilogramm kostet zwischen 7,95 und 69 Euro.

Beim frischen Zuchtlachs schneiden die Lachs-Filets von Deutsche See (30 Euro/kg) am besten ab, ebenfalls gut, aber deutlich preisgünstiger sind zum Beispiel die Filets von Seafood Spezialitäten, Aldi Süd und Aldi Nord oder Lidl für jeweils 16 Euro pro Kilogramm. Bei den tiefgekühlten Zuchtlachsfilets kommen die besten von Eismann (31,50 Euro/kg), gute gibt es aber auch für je 17,20 Euro/kg von Lidl, Edeka, Aldi Süd und Aldi Nord.

Eine gute Nachricht: Kein Fisch im Test war nennenswert mit Quecksilber, Kadmium, Blei oder perfluorierten Tensiden belastet. Im Zuchtlachs fanden die Tester auch keine Antibiotika.

Wenn Wildlachs für den deutschen Markt vor den Küsten Alaskas oder Russlands gefangen wird, dann ist er in der Regel von Parasiten befallen – sogenannten Nematoden. Sie kommen daher auch in Wildlachsfilets vor. Die Stiftung Warentest hat die Produkte im Test darauf untersucht und Nematoden und Nematodenbruchstücke gezählt. Die Anzahl lag laut „Test“ im Toleranzbereich.

Insgesamt fällt auf, dass die Wildlachsfilets im Test länger eingefroren waren als die Zuchtlachsfilets. Erkennbar ist das an den Einfrierdaten auf den Verpackungen. Seit drei Jahren müssen Anbieter von unbehandeltem Fisch angeben, wann er erstmals eingefroren wurde. Alter kann die Qualität eines Fisches beeinträchtigen.

Insgesamt konnten die Wildlachsfilets nicht mit dem Zuchtlachs mithalten. Viele enttäuschten in Geruch und Geschmack. Von neun tiefgekühlten Wildlachsfilets schnitten nur zwei gut ab: Die Filets von Costa und Iglo – jeweils 20 Euro pro Kilogramm.

Zucht- und Wildlachs unterscheiden sich in weiteren Punkten, wie der Test zeigt. Der regelmäßig gefütterte Zuchtlachs hat beispielsweise deutlich mehr Fett als Wildlachs, der nach Angebot frisst und sich auf seinen Wegen durch Flüsse und Meere deutlich mehr bewegt. Leicht verdauliches Eiweiß und Jod liefern alle Filets. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät, zweimal in der Woche Fisch zu essen – 70 Gramm sollten aus fettreichem Seefisch bestehen.  mm

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