Sicherheitssoftware im test

Die besten Türsteher für den PC

von Redaktion

Sicherheitssoftware für PCs und Notebooks schützt den Anwender vor Identitätsdiebstahl und Datenklau. Sie sendet aber auch Kundendaten an den Anbieter. Die Stiftung Warentest hat für die März-Ausgabe der Zeitschrift „Test“ 31 Antivirenprogrammen unter die Lupe genommen. Neben 22 Schutzprogrammen für Windows haben die Tester erstmals auch neun Programme für MacOS getestet, denn auch Apple-Nutzer sind inzwischen nicht mehr gegen Datenklau gefeit. Das erfreuliche Ergebnis: Auch einige der elf kostenlosen Programme im Test schützen gut vor Viren – zum Beispiel Bitdefnder, Avast und Avira. „Sie nerven allerdings oft mit Werbung“, so die Stiftung Warentest.

Schutz aus der Cloud

Aufgabe eines Sicherheitsprogrammes ist es, unerwünschte Eindringlinge auszusperren. Allerhand unterschiedliche Bedrohungen lauern im Netz, darunter Passwortdiebe oder Cryptolocker, die die Festplatte verschlüsseln und den Nutzer erpressen. Um solche Schadsoftware abzuwehren, überwachen Sicherheitsprogramme alle anderen Programme, Dateien und Prozesse auf dem Rechner. Findet der Wächter Verdächtiges, das er nicht einschätzen kann, schickt er eine Kopie der Datei zur Analyse an den Zentralrechner des Anbieters.

Alle Anbieter im Test setzen auf diese Technik: die cloudbasierte Gefahrenanalyse. Verdächtige Dateien im Rechnerverbund des Anbieters – in der Cloud – zu analysieren, bringt Vorteile. Die Cloud kann auch brandneue Schädlinge erkennen und übernimmt Rechengänge, die Privatrechner überfordern könnten. Für den Test haben die Tester mehr als 40 000 Angreifer zusammengetragen. Die Experten der Stiftung Warentest haben sie in Handarbeit und mithilfe sogenannter Honigtöpfchen (im Fachjargon Honeypots genannt) aus den Tiefen des Internets gefischt. Honeypots simulieren ein ungeschütztes Firmennetzwerk. Hacker greifen solche Netzwerke gerne an.

Testsieger

-Windows: Den besten Schutz für Windows-Rechner bietet derzeit Bitdefender Internet Security. Eine Jahreslizenz kostet 42 Euro. An zweiter Stelle steht die Sicherheitssoftware von Kaspersky, dessen Jahreslizenz 34 Euro im Jahr kostet.

-MacOS: Jeder braucht ein gutes Schutzprogramm, auch Besitzer von Apple-Rechnern. Deren Betriebssystem galt lange Zeit als sicher, doch auch sie sind nicht vor Datenklau geschützt. Am besten unter den Programmen für MacOS schneidet G Data ab (40 Euro/Jahr), gefolgt von Kaspersky (34 Euro) und Bitdefender (30 Euro), jeweils für Mac.

Für Windows-Rechner gibt es mehr Auswahl, sogar einige kostenfreie gute Programme. Dass es Gratisversionen gibt, hat einen einfachen Grund: Sie steigern die Kundenzahl. Viele Kunden sind wichtig. Sie liefern dem Anbieter automatisch Dateien mit neuer Schadsoftware, auf die sein Schutzprogramm umso schneller reagieren kann.

Was die Stiftung Warentest nicht beurteilen kann, ist die Wehrhaftigkeit der Anbieter gegenüber Geheimdiensten und Angriffen auf ihre Cloud. Anwender müssen darauf vertrauen, dass der Anbieter ihres Schutzprogramms alles tut, um seine Daten sicher zu bewahren. Eine Alternative zum Virenschutz gibt es nicht. Wer ungeschützt im Internet surft, liefert sich Angreifern aus. Die können die Kontrolle über den Rechner übernehmen oder die Identität des Surfers „klauen“ und in seinem Namen krumme Geschäfte machen.

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