Deutsche Gebrauchtwagen sind besonders zuverlässig – vom Kleinwagen bis zum Transporter. Das hat die Prüforganisation Dekra im Gebrauchtwagenreport 2018 für neun Fahrzeugklassen festgestellt. Gesamtsieger ist zum dritten Mal in Folge der Audi A6. Auf Platz zwei und drei folgen mit den Geländewagen der M-Klasse/GLE und den Vans der B-Klasse Autos von Mercedes.
Audi hat die wenigsten Mängel
In fünf Fahrzeugklassen weist Audi die wenigsten Mängel auf: bei der Kompakt- (A3), Mittel- (A4) und Oberklasse (A6) sowie Kleinwagen (A1) und Sportwagen (Audi TT). Als verlässlichster Transporter hat die Dekra den Mercedes Sprinter bewertet, während der VW Amarok bei den Kleintransportern gewinnt. Gute Modelle finden sich außerdem bei Opel, Porsche, BMW, Honda, Mazda, Citroën, Renault, Volvo, Skoda und Ford, die zweite und dritte Plätze belegen.
Der Report umfasst 522 Fahrzeugmodelle. Die Mängelangaben stammen aus rund 15 Millionen Hauptuntersuchungen innerhalb von zwei Jahren. Gewinner einer Fahrzeugklasse ist das Modell mit den wenigsten Mängeln über eine Laufleistung bis 150 000 Kilometer. „Was die Mängelanfälligkeit betrifft, ist die Laufleistung aus unserer Sicht eine wesentlich bedeutsamere Größe als das reine Fahrzeugalter“, erklärt Jann Fehlauer von der Dekra. Neben der Auswertung gibt es im Gebrauchtwagenreport Informationen zu Oldtimern, neueren Gebrauchtwagen seit 2015 und Autos mit einem Tachostand von 150 001 bis 200 000 Kilometer.
Die Prüforganisation Dekra hat nur Fahrzeugmodelle in den Report aufgenommen, von denen sie wenigstens 1000 Fahrzeuge untersucht hat. Mängel, für die typischerweise der Halter verantwortlich ist, spielen bei der Auswertung keine Rolle – wie etwa ein niedriges Reifenprofil oder verschlissene Scheibenwischerblätter.
Alte Dieselautos stehen länger
Die Standzeiten von älteren Dieselautos bei den Händlern sind nach jüngsten Zahlen des Dieselbarometers der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) auf fast vier Monate gestiegen, während die Restwerte fallen. Nach DAT-Zahlen gaben die Restwerte dreijähriger Gebrauchtwagen mit Dieselmotor im vergangenen Dezember um 3,4 Prozentpunkte auf 52,6 Prozent des ehemaligen Listenneupreises nach. Grund ist der von Volkswagen ausgehende Dieselskandal und die daraus resultierende Debatte um Fahrverbote für ältere Dieselfahrzeuge.
Auch die Autohändler müssen mit Verlusten rechnen. Der Restwertespezialist Schwacke erwartet, dass die Preise gebrauchter Diesel weiter nachgeben – zumal der Handel auch noch Rückläufer aus Leasingverträgen vermarkten muss. Dabei kann sich laut Branchenexperten Stephan Bratzel schon ein kleiner Preisrückgang deutlich bemerkbar machen, denn Leasingfahrzeuge sind meistens eher teuer. „Da sind fünf Prozent schon viel“, so Bratzel.
Verkauf in den Osten brummt
Angesichts der Diskussion über Fahrverbote für Dieselautos in Deutschland werden mehr ältere Pkw ins Ausland verkauft. Die Zahl stieg von rund 197 000 im Jahr 2016 um gut 18 Prozent auf 233 000 im Jahr 2017, wie die „Wirtschaftswoche“ am Donnerstag unter Berufung auf die Außenhandelsstatistik berichtete. Besonders zugenommen haben demnach die Verkäufe nach Osteuropa.
Die Ausfuhr alter Diesel-fahrzeuge in die Ukraine verdoppelte sich im vergangenen Jahr demnach auf 16 000 Wagen. Auch die Verkäufe nach Albanien, Kosovo, Rumänien, Slowenien, in die Slowakei und nach Tschechien stiegen. Die Zahl der ins Ausland verkauften Benziner verringerte sich im gleichen Zeitraum leicht von 178 000 auf 176 000.