Extragebühren fürs Telefonieren mit dem Handy im EU-Ausland sind seit Juni 2017 Geschichte. Wenn Verbraucher durch die EU-Mitgliedsstaaten und ihre Netze wandern (Roaming), können sie zum gleichen Preis wie in Deutschland oder bei einer gebuchten Flatrate sogar ganz umsonst telefonieren. Wer aber daheim zum Handy greift, um im EU-Ausland anzurufen, zahlt den Preis, den der Anbieter dafür festgelegt hat. Und das sind aktuell bis zu 1,49 Euro pro Minute, wie die Verbraucherzentrale (VZ) Schleswig-Holstein erhoben hat. Deshalb tut man gut daran, vor so einem Anruf die Preisliste zu studieren.
Das Problem: Vielen Verbrauchern ist nicht klar ist, dass es noch einen Unterschied zwischen Gesprächen im Ausland (Roaming) und Gesprächen von daheim ins Ausland gibt. Das zeigt auch eine Forsa-Studie, die die VZ zum Thema in Auftrag gegeben hat. Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) hat in den vergangenen zwölf Monaten von Deutschland aus privat ins EU-Ausland telefoniert. Davon glaubte gut die Hälfte (52 Prozent), dass die Abschaffung der Roaming-Gebühren auch für Anrufe von Deutschland in das EU-Ausland gilt.
Daher hat das EU-Parlament im Oktober 2017 vorgeschlagen, auch diesen Bereich zu regulieren: Mobilfunk-, aber auch Festnetzanrufe in andere EU-Mitgliedstaaten sollen nicht mehr unverhältnismäßig teurer sein als Anrufe im Inland. Sollte so eine Regelung kommen, könnte sie Einzug in den Kodex für die elektronische Kommunikation finden, die derzeit auf EU-Ebene verhandelt wird.