Postbank-Wohnatlas

Immobilien bis zu 23 Prozent teurer

von Redaktion

Von Sebastian Hölzle

Dass die Preise für Wohnimmobilien vergangenes Jahr kräftig gestiegen sind, war bereits bekannt. Ende Januar hatte der Immobilienverband Deutschland (IVD) Zahlen veröffentlicht und damit einen ersten Eindruck vermittelt, wie stark der Preisauftrieb tatsächlich war. Damit war klar: 2017 hat es vor allem die Kreisstädte nördlich von München erwischt.

Gestern hat die Postbank weitere Zahlen veröffentlicht, die das Bild über den Preisanstieg im vergangenen Jahr vervollständigen. Während die IVD-Zahlen auf Immobilienanzeigen in Zeitungen und Online-Portalen im Herbst 2017 basierten und mit einer Erhebung aus dem Frühjahr verglichen wurden, hat die Postbank gestern Zahlen für das gesamte Kalenderjahr 2017 veröffentlicht. Basis waren ebenfalls Wohnungsanzeigen aus einem Datensatz des Forschungsinstituts Empirica. Aber anders als der IVD hat die Postbank nicht nur Preise in den Kreisstädten ermitteln lassen, sondern Durchschnittspreise der gesamten Landkreise errechnet – Städte und Dörfer wurden also gleichermaßen berücksichtigt. Damit ist klar, dass sich die ermittelten Quadratmeterpreise der Postbank wegen der unterschiedlichen Berechnungsmethode von den IVD-Zahlen unterscheiden.

Der Trend ist aber eindeutig: Auch die Postbank-Daten belegen, dass vor allem die Landkreise nördlich von München mit galoppierenden Wohnungspreisen zu kämpfen haben. Wer beispielsweise Ende 2017 eine Eigentumswohnung im Landkreis Erding gekauft hat, musste laut Postbank im Schnitt 22,6 Prozent mehr bezahlen als noch ein Jahr zuvor (siehe Tabelle). Der Wert liegt nur knapp hinter dem bundesweiten Rekord von 27,1 Prozent im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.

Preisanstiege im zweistelligen Prozentbereich ließen sich vergangenes Jahr fast überall in der Region beobachten. Beispiel Rosenheim: Wer dort Ende 2017 eine Wohnung gekauft hat, musste laut Postbank-Wohnatlas im Schnitt 14,1 Prozent mehr bezahlen als noch ein Jahr zuvor. Im Landkreis Fürstenfeldbruck kletterten die Preise um 13 Prozent, im Kreis Dachau waren es 12,5 Prozent.

Wie die Preisentwicklung weitergeht, ist umstritten. Die meisten Immobilien-Experten erwarten weiter steigende Preise. Lediglich Harald Simons vom Forschungsinstitut Empirica hatte als einer der wenigen Wissenschaftler in Deutschland vor einem Jahr vor einem baldigen Preisverfall am Immobilienmarkt gewarnt. Im Februar hatte er seine Einschätzung wiederholt und gesagt: „Für München, Berlin sowie Stuttgart sehe ich meine letztjährigen Prognosen bestätigt, hier rechne ich weiterhin mit einem Kaufpreisrückgang.“

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