Selbst die preisgünstigsten Lotionen überzeugen. Auch sie versorgen die Haut gut mit Feuchtigkeit, sie fühlt sich anschließend glatt und geschmeidig an. Vier Bodylotions enthalten aber einen kritischen Duftstoff.
Guter Preis, gute Leistung
Eine gute Körperlotion muss nicht viel kosten – es gibt sie bereits zum Preis von gerade einmal 23 Cent pro 100 Milliliter, zum Beispiel von dm. Eine teure Lotion landete dagegen auf dem letzten Platz: Die Lotion von Lancôme für 7,25 Euro pro 100 Milliliter. Sie schaffte aber noch ein „Befriedigend“. Der Testsieger kommt von Neutrogena und kostet 1,25 Euro pro 100 Milliliter (Note 1,8). Auf den zweiten Platz kommt La Roche-Posy (7,25 Euro je 100 ml, Note 1,9) gefolgt von Yves Rocher (2,05 Euro, Note 2,0). Es folgt die Lotion von CD (1,20 Euro, Note 2,1). Richtig günstig wird es ab Platz fünf mit Noten zwischen 2,1 und 2,2. Die Lotionen von Dove, dm, Garnier Body und Laverna kosten nur zwischen 0,23 und 0,69 Euro je 100 Milliliter.
Kritische Duftstoffe
Vier der von der Stiftung Warentest geprüften Lotionen (von Clarins, Eucerin, Nivea und Lancôme) enthalten einen Duftstoff, den die Tester als kritisch einstufen: Butylphenyl Methylpropional (BMHCA), auch unter dem Handelsnamen Lilial bekannt, riecht nach Maiglöckchen. In Tierversuchen zeigte sich, dass Lilial die Fortpflanzungsfähigkeit der Tiere beeinträchtigen kann. Inwieweit das auch bei Menschen der Fall ist, ist noch unklar. Der wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU (SCCS) schreibt in einer offiziellen Stellungnahme, dass man aktuell „nicht auf die Sicherheit von BMHCA schließen“ könne. Ob und in welchen Konzentrationen Lilial sicher ist, bleibt ungewiss. Solange dies so ist, sollten Hersteller nach Ansicht der Stiftung Warentest vorsichtshalber auf Lilial verzichten. Die vier Anbieter, die das noch nicht tun, verspielen so ihre gute Gesamtnote. Die Lotion von Lancôme enthält zusätzlich das ebenfalls blumig riechende Hydroxyisohexyl 3-Cyclohexene Carboxaldehyde (HICC), auch Lyral genannt. Diesen Duftstoff stuften die Fachleute des SCCS 2011 als „nicht sicher“ ein: Lyral ruft vergleichsweise häufig allergische Reaktionen hervor. Derzeit läuft eine Übergangsfrist: Ab Sommer 2021 dürfen Kosmetikprodukte, die Lyral enthalten, nicht mehr verkauft werden. Viele Anbieter verzichten in ihren Rezepturen bereits jetzt darauf.
Konservierungsstoffe und ihre Namen
Bis auf die beiden Naturkosmetikprodukte im Test enthalten alle Lotionen Konservierungsstoffe. Sie sollen verhindern, dass sich in den Lotionen Bakterien, Hefe- oder Schimmelpilze vermehren und die Produkte verderben. Ihr Einsatz ist in der EU-Kosmetikverordnung geregelt, sie müssen in der Liste der Inhaltsstoffe auf den Produkten stehen. Vier Produkte enthalten zur Konservierung Parabene. Die Stoffgruppe steht seit einiger Zeit in der Kritik – allerdings zu Unrecht. Trotzdem werben einige andere Anbieter mit Aufschriften wie „frei von Parabenen“ oder „ohne Parabene“. Sie wollen sich damit positiv von der Konkurrenz abheben. Dafür ziehen die Tester Punkte im Deklarationsurteil ab. Immerhin: Egal ob Parabene oder andere Konservierungsstoffe – im Labor fiel keine Lotion wegen Keimbelastung negativ auf, die mikrobiologische Qualität war bei allen in Ordnung.