2017 stieg die Zahl der Fahrräder in Deutschland auf 73,5 Millionen – das ist Rekord. Davon haben inzwischen etwa drei Millionen einen elektrischen Hilfs-Antrieb und diese Zahl wächst ständig weiter. Im vergangenen Jahr wurden etwa 720 000 E-Bikes verkauft, das war bereits jedes fünfte verkaufte Fahrrad. Durchschnittlich flossen knapp 700 Euro pro Fahrradkauf, das sind über 50 Prozent mehr als noch 2010.
Vorbereitung ist wichtig
Vorher nachdenken, wofür man das Radl genau braucht: „Es gibt inzwischen fast für jeden Einsatzzweck das passende Fahrrad. Wer zum Beispiel nur in der Stadt und nicht besonders schnell unterwegs sein will, braucht nur ein Allroundrad und das muss auch nicht unbedingt 21 Gänge haben. Wer viel pendelt, kann über ein Faltrad nachdenken. In den Bergen empfiehlt sich ein Mountainbike oder eines mit elektrischem Antrieb“, zählt Petra Husemann-Roew ein paar Beispiele auf. Zudem sollte man laut der bayerischen Landesgeschäftsführerin des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) besonders darauf achten, was man mit dem Fahrrad transportieren möchte. Gute Vorrichtungen für den Gepäcktransport sind für jene essenziell, die gern längere Radtouren unternehmen. Mütter und Väter mit kleinen Kindern sollten darauf achten, dass ein Kindersitz leicht befestigt werden kann. Und dann muss man sich – ob mit oder ohne Gepäck und Kind – natürlich auf seinem Radl beim Fahren richtig wohlfühlen. „Es macht keinen Spaß, wenn man nicht richtig sitzt oder der Rücken wehtut“, so Husemann-Roew. Sie empfiehlt deshalb unbedingt eine Probefahrt vor dem Kauf.
Fahrräder beim Fachhändler kaufen
Fahrräder sollte man nur bei einem Händler kaufen, der für eine gute Beratung und den bestmöglichen Service bei Reparaturen sorgt. Vor allem für Laien ist ein Fahrradkauf beim Discounter oder Baumarkt nicht optimal. Wer ganz besonders auf den Preis achten muss, so der Tipp der ADFC-Expertin, ist mit einem guten Gebrauchtrad von einem Händler oft besser bedient. Ein guter Tipp für den Schnäppchenkauf ist auch der Münchner Radlflohmarkt, der in diesem Frühjahr am 28. April über die Bühne geht (www.bit.ly/2ljfo9u).
Elektrohilfe: Pedelecs im Trend
Der Begriff E-Bike ist irreführend. Damit sind im engeren Sinne nur jene Fahrzeuge gemeint, die sich mit Hilfe eines Drehgriffs oder Schaltknopfs fahren lassen, auch ohne dabei in die Pedale zu treten. Dafür braucht man ein Versicherungskennzeichen, eine Betriebsberechtigung und mindestens eine Mofa-Fahrerlaubnis. Das gleiche gilt für die S-Pedelecs mit einem Elektromotor über 250 Watt, die Geschwindigkeiten bis 45 Kilometer pro Stunde erreichen können. Viel einfacher hat man es da mit den herkömmlichen Pedelecs, die dem Fahrrad gleichgestellt sind. Hier braucht man also keine Extra-Genehmigungen und wird von einem Elektromotor mit maximal 250 Watt während des Tretens bis zu einer Geschwindigkeit von höchstens 25 Kilometern pro Stunde unterstützt. „Hier ist beim Kauf besonders wichtig, darauf zu achten, ob sich das Antriebssystem vorn, hinten oder in der Mitte des Fahrrades befindet. Am besten sind Mittelmotoren, weil sie das Fahrverhalten des Radls vom Gewicht her kaum beeinflussen und deshalb auch leichter zu tragen sind“, so Husemann-Roew. Wichtige Faktoren beim Kauf seien außerdem die Reichweite des Akkus und wie leicht man diesen wieder aufladen kann.
Elektroradl-Kurse für Senioren
Seniorinnen und Senioren empfiehlt die Fachfrau spezielle Elektrofahrrad-Kurse: „Es braucht schon ein bisschen Übung mit den neuen Pedelecs. Deshalb sind die Kurse vor allem den älteren Leuten zu empfehlen, die länger nicht Fahrrad gefahren sind und jetzt quasi neu anfangen.“