Gartentipp der Woche

Der Kampf gegen Läuse, Milben und Pilze

von Redaktion

Wenn Johannisbeere, Rebstock, Birne oder Pfirsich blasige Blätter aufweisen, ist die Aufregung bei Freizeitgärtnern groß. Auch wenn das Erscheinungsbild an den unterschiedlichen Obstgehölzen ähnlich ist, sind die Ursachen ganz verschieden, erklärt die Bayerische Gartenakademie.

Blasen an Blättern der Johannisbeere

An roten Johannisbeeren fällt es an den grünen Blättern auf: blasige und rot gefärbte Aufwölbungen. Auf der Blattunterseite sind dann grünliche Blattläuse zu sehen – Johannisbeerblasenläuse. Durch ihre Saugtätigkeit entstehen die Aufwölbungen und Verfärbungen. Meist stört der Befall nur das Auge. Das Wachstum der Sträucher ist nicht eingeschränkt. Starkbefall kann aber zu Blattverlust führen. Freizeitgärtner sollten bereits zum Austrieb die Pflanzen kontrollieren und die Läuse gegebenenfalls zerdrücken oder die Blättchen entfernen.

Marienkäfer und deren Larven sind gefräßige Blattlausvertilger, sodass die Verursacher der roten Blasen oft schon gefressen sind, bevor der Schaden auffällt. Die Läuse können auch auf andere krautige Pflanzen gewandert sein und kommen im Herbst zurück an die Johannisbeere. Dort legen sie an den Trieben Eier ab, aus denen mit dem Entfalten der jungen Blätter wieder neue Läuse schlüpfen.

Befall von Rebstock und Birne

An Weinstöcken entdeckt man ein ähnliches Phänomen: pockenartige gelbliche oder rötliche Erhebungen auf den jungen Blättern. Verursacher ist die Rebenpockenmilbe, die durch ihre Saugtätigkeit die Blätter zur Entwicklung von Pocken anregt. Auf der Unterseite der Pocken hat sich ein Haarfilz gebildet, in dem zunächst die Schadmilben und später auch die Raubmilben sitzen. Bei geringem Befall ist der Schaden nur optisch. Bei starkem Befall können sogar die Blüten befallen werden. Bemerken Hobbygärtner die Pocken auf ihrem Wein, sollten sie die befallenen Blätter entfernen, um eine zweite Milbengeneration zu reduzieren.

Frische Birnenblätter junger Birnbäume weisen ebenfalls immer öfter rötliche Pocken auf. Es sind ebenfalls kleinste Tiere, die das Schadbild hervorrufen: die Birnenpockenmilbe. Die durch Saugtätigkeit der Milben entstandenen Pocken sind anfangs grün, später rot, bevor sie schwarz werden, wenn die Milben nicht mehr vor Ort sind. Im Spätsommer wandern die Milben in die neuen Knospen zum Überwintern. Bei einem geringen Befall reduziert das Entfernen der jungen befallenen Blätter die nächsten Generationen. Bei starkem Befall können für den Haus- und Kleingarten zugelassene Pflanzenschutzmittel gegen Gallmilben beim Austrieb im Frühjahr eingesetzt werden.

Gekräuselte Pfirsichblätter

Viele Pfirsichbäume zeigen im Frühjahr stark gekräuselte, rötlich eingefärbte Blätter. Erkrankte Blätter erscheinen dick, sind fleischfarbig bis dunkelrot eingefärbt und werden brüchig. Schließlich vertrocknen die Blätter. Durch die geringere Fotosynthese über die Jahre wird die Pflanze geschwächt und kann die Früchte nicht richtig ernähren. Sie fallen zum Teil auch ab. Das ist das Schadbild der Kräuselkrankheit. Gegen den Pilz lässt sich nur bei Knospenschwellen angehen. Die Pilzsporen werden bei feuchter Witterung zwischen die jungen Blättchen in den Knospen gespült, wo sie auskeimen. Problematisch ist, dass man im Winter nicht an Pflanzenschutzmaßnahmen denkt und das Knospenschwellen witterungsabhängig ist. Sind die Symptome sichtbar, ist eine Bekämpfung nicht mehr möglich. Dann kann nur noch versucht werden, die befallenen Blättchen zu entfernen.

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